28.05.2019 15:50 |

History in Salzburg

Der Papst spendete für die Kirche in Maxglan

Vor 500 Jahren ließ der Erzbischof die erste Kirche hier bauen. Grund, diese Woche zu feiern. Dabei wollte man vor 85 Jahren das Gotteshaus neu und ganz woanders errichten.

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Welche Salzburger Kirche kann in ihrer Geschichte schon vermerken, dass ein Papst für ihren Bau gespendet hat? In Maxglan war das der Fall: Hier griff Papst Pius XII. im Jahr 1954 in die päpstliche Schatulle und spendete 20.000 Schilling für den modernen Erweiterungsbau.

Bis 1935 war Maxglan bei Salzburg nach der Landeshauptstadt die zweitgrößte Gemeinde, dank der guten Böden ein wohlhabendes Flachgauer Bauerndorf, das bereits vor über 600 Jahren ein kleines Kirchlein hatte. Erst Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach – das ist der mit der weißen Rübe im Wappen – ließ von 1516 bis 1519 hier schließlich eine größere Kirche errichten. Das ist der Grund, warum man nun ein 500-jähriges Kirchweihfest ausrichtet: vom 30. Mai bis Sonntag, 2. Juni.

Weil das Kirchlein schon lange zu klein war, plante man bereits um 1935 einen kompletten Neubau an anderer Stelle: Das „Kultur- und Wirtschaftszentrum Maxglan bei Salzburg“ sollte an der Ecke Wiesbauerstraße/Sebastian Stöllner-Straße entstehen. Die Pläne von Franz Wagner wurden nie umgesetzt. Statt dessen schritt Erzbischof Andreas Rohracher am 12. Oktober 1952 zur Grundsteinlegung der neuen Maxglaner Kirche, die in einem 90-Grad-Winkel an das bestehende Gotteshaus angebaut wurde.

Heute ist Maxglan der flächenmäßig zweitgrößte Stadtteil (nach Leopoldskron) und noch vor Lehen knapp das bevölkerungsreichste Viertel mit 16.441 Menschen. Exakt 5089 Katholiken leben hier, seit Herbst 2016 behütet von Pfarrer Dr. Josef Pletzer, einem gebürtigen Tiroler, der auch das angrenzende Taxham mit betreut.

Zuvor hatten Harald Mattel (ab 2008) und Franz Lauterbacher OSB (seit 1994) als Seelsorger die Pfarre geführt. Pfarrer Lauterbacher ist es zu verdanken, dass die schwierigste Zeit der Pfarre, von 1938 bis 1945, in einer Chronik dokumentiert wurde. Das „Mutterkloster“ Michaelbeuern, das bis 2008 die Priester für Maxglan stellte, war ebenso wie auch das Kloster Mülln 1942 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden.

Pfarrer Lauterbacher berichtet darin auch über ein Gespräch mit dem Bruder von Rosa Hoffmann, die 1943 von den Nazis in Berlin hingerichtet wurde. Rosa Hoffmann hatte in der Riedenburgkaserne für Soldaten Flugblätter gegen den Krieg deponiert: „Sie war ein Mensch voller Ideale“, so ihr Bruder Toni. Die Grenzstraße zwischen Alt-Maxglan und Taxham wurde nach der Widerstandskämpferin benannt.

52 Maxglaner starben bei den Bombenangriffen, die gesamte Familie Prötzner kam bei einem Luftangriff vor Weihnachten 1944 in der Moserstraße um, 120 Häuser im Viertel wurden beschädigt oder zerstört.

Diese Woche aber feiert man in Maxglan: 500 Jahre ist die Kirche alt. Für Pfarrer Josef Pletzer steht fest: „Die Pfarre ist eine christliche, lebendige, bunte und offene Gemeinschaft, eine Heimat für viele und ein starker spiritueller Ort mit hoher Feierkultur.“ Pastoralassistentin Žanet Tančik kommt aus Kroatien, Kooperator Marcellinus Nweke aus Nigeria.

Philipp Pelster wird beim Fest an der neu renovierten Orgel sitzen, wo erstmals das Schweberegister erklingen wird, das man aus der Halleiner Gruber-Orgel eingebaut hat (Do. 30.5., 19 Uhr) . Chöre und ein Bläserensemble der Trachtenmusik umrahmen das Fest.

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