21.05.2019 19:30 |

Schutz von Grundwasser

Problem im Süden: „Gülle ist schlecht verteilt“

Nitrate, Pestizide, Phosphate. So heißen die Gifte, die wir Menschen selbst massenhaft in der Erde - und damit im Grundwasser - verteilen. Drei Jahre lang haben Steirer und Slowenen im EU-finanzierten Projekt „Si-Mur-At“ daran getüftelt, wie die Belastung auf beiden Seiten der Grenzmur gesenkt werden kann. Jetzt gibt es Ergebnisse und konkrete Maßnahmen.

Knapp 1,8 Millionen Euro hat das Ende Juni auslaufende Projekt „Si-Mur-At“ (Slowenien-Mur-Österreich) gekostet, 85 Prozent davon finanzierte die EU. Hauptziel: „Verminderung der Nitratkonzentration im Grundwasser“.

Traditionell ist die Belastung etwa auf der Wagendorfer Terrasse oder in St. Georgen an der Stiefing zu hoch; die Slowenen kämpfen in Apače (westlich von Mureck) mit vergiftetem Wasser. Deshalb will man den Bauern dabei helfen, effizienter und wasserschonender zu düngen.

Dafür wurde zunächst die Belastung genau erhoben. „Wir haben ein 30 Jahre altes Netz von 35 Messstationen, dazu 15 in Slowenien“, erläutert Hydrologe Michael Ferstl, Projektleiter vom steirischen Wasserwirtschafts-Referat. „Uns interessiert, welche Pflanzen und Düngermengen zu welcher Belastung führen.“

„Es wird eigentlich nicht zu viel gedüngt“
Auf Basis der Daten wurde ein Computermodell erstellt. Ferstls Fazit: „Es wird eigentlich nicht zu viel gedüngt, sondern die Gülle ist schlecht verteilt.“ Während Bauern früher rund um den Hof ihre Felder düngten, müssen heute oft auch entlegene Pachtflächen erreicht werden. Das führt offenbar zu ungleicher Güllekonzentration.

Deshalb hat der steirische Maschinenring im Zuge von „Si-Mur-At“ ein Tankstellen-System entwickelt, das von den Bauern genossenschaftlich verwaltet wird - und im besten Fall zu einem gezielteren, bewussteren Gülle-Einsatz anregt.

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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