Mo, 20. Mai 2019
04.05.2019 08:00

Kriminalstatistik 2018

Tirol: 110 Straftaten pro Tag, Rekord bei Klärung

110 Straftaten pro Tag (!) wurden 2018 in Tirol angezeigt - aufs ganze Jahr aufgerechnet macht dies insgesamt 40.139 Delikte! Ein Minus von 3,5 Prozent. Rückgänge gab es in wesentlichen Bereichen wie Gewalt- oder Eigentumskriminalität. Sorgenkind bleibt die Web-Gaunerei. Immer mehr Straftäter sind Ausländer.

Die Kurve zeigt weiter nach unten: Wurden in Tirol 2008 noch 47.610 Straftaten zur Anzeige gebracht, waren es 2018 nur noch 40.139. Im Zehn-Jahres-Vergleich bedeutet dies ein sattes Minus von 16 Prozent! „Was diese absoluten Deliktszahlen anbelangt, ist die Entwicklung außerordentlich erfreulich“, betont Landespolizeikommandant Helmut Tomac.

Sechs von zehn Fällen werden geklärt
Gut lachen hat Tirols oberster Exekutivbeamter auch beim Blick auf die Aufklärungsquote. Diese lag im abgelaufenen Jahr bei 58,6 Prozent (+ 3%) und damit deutlich über dem Österreich-Schnitt mit 52,5 Prozent. Heißt: Unsere Polizisten klärten fast sechs von zehn Straftaten auf! Vor zehn Jahren konnte man gerade einmal eine Quote von 44,3 Prozent aufweisen. „Wir konnten das historische Hoch von 2017 noch einmal toppen. Schaut man aber in der Kriminalstatistik in die Tiefe, gibt es noch Bereiche, wo wir nachjustieren müssen“, erklärt Tomac.

Gewalttäter: 86 Prozent davon waren männlich
Folgend die Details zur Kriminalstatistik 2018:

  • Gewaltkriminalität: Alles in allem wurden im Vorjahr in Tirol 6167 Gewalttaten angezeigt (- 0,7%). In 639 Fällen blieb es beim Versuch. Die Aufklärungsquote betrug hier 86,9 Prozent. Von 6768 ausgeforschten Tatverdächtigen waren 86,3 Prozent männlich. 41,1 Prozent waren Ausländer. Auswahl: Im Deliktsbereich der vorsätzlichen Körperverletzung gab es 3435 Anzeigen. 16 Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Mordes wurden geführt, wobei fünf Personen zu Tode gekommen sind. Im Bereich „Gewalt in der Privatsphäre“ wurden 435 Betretungsverbote ausgesprochen. Zudem gab es 63 Raubdelikte, in 21 Fällen war eine Waffe im Spiel.
  • Eigentumsdelikte: In dieser Rubrik wurden insgesamt 12.868 Anzeigen verzeichnet (- 7,8%). 28,1 Prozent der Fälle konnten geklärt werden. Signifikant waren die Rückgänge etwa bei den Wohnhaus- (- 11,2% bzw. 151 Fälle) und Fahrzeugeinbrüchen (- 26,2 bzw. 141). Ein Plus von 13,1 Prozent gab es hingegen bei den Firmen- und Geschäftseinbrüchen (646 Anzeigen).
  • Internetkriminalität: Sorgen bereitet weiterhin die Gaunerei im Web. Zwar sind die Anzeigen-Zahlen im Vergleich zu anderen Kriminalitätsfeldern noch recht gering, dennoch gibt es Jahr für Jahr einen Anstieg - von 2017 auf 2018 etwa um 23,4 Prozent! Vor allem auch das „Darknet“, das etwa vielfach zur Suchtmittelbestellung verwendet wird, gewinne laut LKA-Chef Walter Pupp in Zukunft immer noch mehr an Bedeutung für die Polizeiarbeit.
  • Apropos Drogen: Hinsichtlich der Suchtmittelkriminalität verzeichneten die Fahnder im Vorjahr in Tirol 3781 Anzeigen (- 5,3%). „Der Rückgang betrifft im Wesentlichen den Tatbestand Suchtmittel-Besitz“, erklärt Pupp. Gestiegen ist die Zahl der Anzeigen im Bereich Drogenhandel - von 245 auf 321. Grund dafür: verstärkte Ermittlungen.

Mehr ausländische Täter
Alles in allem konnte die Tiroler Polizei im Vorjahr 27.308 Tatverdächtige ausforschen. Bei 12.062 mutmaßlichen Ganoven handelte es sich um Ausländer. Das ist ein Anteil von 44,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 betrug dieser noch 32,5 Prozent!

Die meisten ausländischen Verdächtigen stammen - wenig überraschend - aus Deutschland. Nämlich 2725 an der Zahl. Wenig überraschend deshalb, weil in Tirol bekanntlich viele Deutsche wohnen und urlauben. An zweiter Stelle folgt die Türkei (817 Personen), gefolgt von Rumänien (749), Afghanistan (641) und Italien (613). Erwerbstätige Personen machen knapp ein Drittel (3464) der ausländischen Tatverdächtigen aus. Dahinter reihen sich die Touristen (2819), Asylweber (1894) sowie fremde Arbeitslose (1245) ein.

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