So, 26. Mai 2019
03.05.2019 10:43

Interview

Preuner: „Ich bin definitiv nicht faul“

Die Parteienverhandlungen in der Stadt Salzburg sind abgeschlossen. Nächsten Mittwoch tagt erstmals der neue Gemeinderat. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) betont die faire Aufgabenverteilung in der Stadtregierung und kontert seinen Kritikern. In die neue Funktionsperiode will er mit viel Schwung starten.

Wer ist Gewinner oder Verlierer der Verhandlungen?

Ich hoffe die Bevölkerung! Es ging um ein vernünftiges Arbeitsprogramm. Das war dieses Mal etwas schwieriger, weil die KPÖ erstmals vertreten war. Da haben gewissen Erfahrungswerte gefehlt. Das war übrigens auch bei der grünen Partei so – für mich ist das jetzt keine Bürgerliste mehr.

Sie haben mehr Aufgaben, etwa das politisch wichtige Personalamt

(lacht) Dafür habe ich die hochlöbliche Abteilung 7 (städtische Betriebe) verloren. Die Bestattung liegt jetzt in den Händen von Bernhard Auinger. Im Ernst: Heinz Schaden hatte immer die gesamte Magistratsdirektion, so wie ich jetzt. Zuletzt war sie auf drei Regierungsmitglieder aufgeteilt. Jetzt passt das wieder.

Sie verstehen sich mit Bernhard Auinger (SPÖ) besser als mit Martina Berthold (Grüne). Gibt’s nach Rot-Grün jetzt eine schwarz-rote Koalition in der Stadt?

Es gibt eine Proporzregierung. Man hat gemerkt, dass Rot-Grün in einzelnen Punkten miteinander liebäugeln, um vielleicht mit Neos und KPÖ eine Mehrheit zu basteln. Natürlich kenne ich Bernhard Auinger länger. Ich hoffe, dass ich auch mit Martina Berthold ein gutes Einvernehmen finde. Kleine Rempler gehören zu Parteienverhandlungen dazu.

Sie könnten sich mit FPÖ und Liste SALZ auch außerhalb der Stadtregierung eine Mehrheit suchen

Diese Möglichkeit habe ich immer im Auge.

Was sind die ersten Arbeitsschwerpunkte?

Im Personalbereich müssen wir das Besoldungsschema des Landes übernehmen. Für die mittelfristige Finanzplanung gibt es im Mai eine erste Klausur. Im Verkehrsbereich warten wir auf die Pendlerstromanalyse, die noch vor dem Sommer fertig sein wird. Daraus ergeben sich Anpassungen des Bussystems in der Stadt und ins Umland.

Ihre Kritiker meinen, Sie sind kein Arbeitstier

Mein Kalkül war es immer: Es bringt nichts, den direkt gewählten Bürgermeister anzugehen, weil man sich damit unsympathisch macht. Nach Schadens Rücktritt haben wir in kürzester Zeit mitten im Wahlkampf das Budget erstellt, uns auf die Verlängerung der Lokalbahn verständigt und den Schlosshof autofrei gemacht.

Sie sind also nicht faul?

Nein, definitiv nicht. Bisher hatte ich immer eine rot-grüne Mehrheit gegen mich. Ich bin mir oft vorgekommen, als wäre ich von den beiden am Nasenring durch die Arena geführt worden. Jetzt kann ich endlich das machen, von dem ich glaube, dass es richtig ist.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger

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