10.04.2019 08:00 |

Schloss Trautenfels

Die Steirer auf dem Dach der Welt

Dreimal war er auf dem Everest, vier weitere Achttausender hat er bezwungen. Am Samstag eröffnet der Grazer Robert Schauer, Gründer des Berg- und Abenteuerfilmfestivals, im Schloss Trautenfels eine große Ausstellung über die Steirer im Himalaya. Er selbst begnügt sich heute mit kleineren Gipfeln, erzählt er im „Steirerkrone“-Interview.

Herr Schauer, es ist fast 41 Jahre her, dass Sie mit den Tirolern Wolfgang Nairz und Horst Bergmann als erster Österreicher auf dem Everest standen. Müssen Sie sich manchmal selber kneifen, um es noch glauben zu können?

Je länger dieser Moment zurückliegt, umso prägnanter werden meine Emotionen dazu. Er ist tief in meine Erinnerung eingegraben und lebt immer wieder auf, zum Beispiel jetzt, wo ich für die Ausstellung meine damalige Berg-Ausrüstung wieder ausgegraben habe.

Neben dem Bergsteigen ging es damals um Horizonterweiterung. Was kann die Gesellschaft von den einstigen Helden lernen?

Wenn jeder nur darum kämpft, den Gipfel zu erreichen, hat sonst eher niemand etwas davon. Am ehesten könnte man sagen, wir haben erlebt und gezeigt, zu welchen Grenzgängen der Mensch fähig ist.

Sie meinen, der Bergsteiger blieb letztlich Einzelgänger?

Nicht so wie jetzt. Damals konnte man so eine Expedition ja niemals alleine angehen, man war auf Vereine und dergleichen angewiesen.

Viele sagen, das Höhenbergsteigen ist tot, nur mehr Tourismus.

Heute bucht man den Everest um 60.000 Euro bei Agenturen. Wir haben damals bescheiden gelebt, alles dem Berg untergeordnet.

Wo liegen die Abenteuer der jetzigen Generation?

Nachdem die weißen Flecken auf der Landkarte immer weniger werden, geht es oft nicht mehr um neue Wege, sondern um neue Techniken und Rekorde. Der steirische „Skyrunner“ Christian Stangl zum Beispiel rennt von der Uhr getrieben auf die Gipfel. Seit einigen Jahren gibt es auch Winterbegehungen, aber da sind die Bedingungen zu unmenschlich. Gerfried Göschl aus Schladming ist 2012 beim Versuch einer Winterbesteigung des Hidden Peak mit zwei Kameraden verschollen. Auch diese Tragödie spielt in der Ausstellung eine Rolle.

Sie waren 1975 und 1976 bei den steirischen Expeditionen auf den Hidden Peak und den Nanga Parbat dabei. Haben Sie noch Kontakt zu ihren damaligen Kameraden Hanns Schell und Herbert Zefferer?

Ja, ab und zu, wenn ein Jubiläum ansteht, trifft man sich – und freut sich darüber.

Sie waren mit 51 das dritte und letzte Mal auf dem Everest. Welche Berge gönnen Sie sich jetzt, mit 65?

Ich bin mittlerweile zu den Gipfeln meiner Jugend zurückgekehrt, zur Koralm und zur Gleinalm.

Gipfelstürmen! - steirische Expeditionen zum Dach der Welt“: So heißt die aufwändige Ausstellung, die am Samstag, dem 13. April, um 11 Uhr im Schloss Trautenfels eröffnet wird und bis 31. Oktober zu sehen ist. Robert Schauer hat sie für das Universalmuseum Joanneum kuratiert und eine Vielzahl an Original-Dokumenten, Exponaten und Filmen zusammengetragen. Alle Details gibt es auf www.museum-joanneum.at.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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