Mi, 24. April 2019
03.04.2019 05:00

Alpinstatistik

Weniger Winter-Blutzoll in den Tiroler Bergen

Der zu Ende gehende Winter 2018/2019 ist erfreulich, was die Zahl der Alpinunfälle und der Toten in den Tiroler Bergen betrifft. Von 1. November bis 24. März starben zwar 28 Menschen bei Unfällen im alpinen Bereich und 2666 Personen sind verunglückt. Die Zahlen liegen aber klar unter dem langjährigen Durchschnitt.

Das Kuratorium für Alpine Sicherheit,die Alpinpolizei und die Bergrettung präsentierten die aktuelle Unfallstatistik. Trotz der enormen Schneemassen, die gerade Anfang Jänner das Land fast erdrückten, fallen die Unfallzahlen positiv aus. In Tirol kamen bei Lawinenunglücken „nur“ fünf Menschen ums Leben. Im Winter zuvor waren es noch acht gewesen. „Unser kleines Nachbarland Vorarlberg hatte um einen Toten mehr zu beklagen“, sagte Kuratoriumspräsident Karl Gabl. „In dem schneereichen Winter haben sich die Hänge bald selbst entladen, die Tourengeher haben diese Entladungen in der Regel abgewartet, deshalb passierte nicht mehr“, analysiert der Experte.

Variantenfahrer betroffen
Die Variantenfahrer seien wohl deutlich ungeduldiger gewesen. Die Konsequenz davon: Drei der fünf Toten waren unter den Variantenfahrern zu beklagen.

„Bei 1684 Alpinunfällen waren 2666 Personen betroffen“, informierte Viktor Horvath, der neue Leiter des Alpindienstes der Tiroler Polizei. Zum Vergleich: Das 10-Jahresmittel liegt bei 2128 bzw. 3461. 28 Alpintoten im vergangenen Winter stehen 41 im 10-Jahres-Schnitt gegenüber. Auf Pisten und Skirouten starben insgesamt sieben Menschen – im Winter zuvor waren es noch 12 Sportler.

Alpinpolizei stationiert
„Wir hatten heuer die Aufgabe, in hochgelegene Orte Alpinpolizisten zu verlegen, ehe diese Orte eingeschneit wurden“, berichtet Viktor Horvath. So waren beispielsweise Alpinpolizisten in Hochfügen und Gries im Sulztal stationiert. „Die hatten dort auch sicherheitspolizeiliche Aufgaben zu bewältigen.“

Tirols Bergrettungschef Hermann Spiegl hob hervor, dass sich die heimischen Bergretter bei Einsätzen nie bewusst in Gefahr bringen würden. „Wir machen immer eine genaue Risikoeinschätzung mit der Alpinpolizei und den Lawinenkommissionen.“ Niemand könne Unmögliches verlangen. „Und keiner hat das Recht, unter allen Umständen gerettet zu werden“, betonte Spiegl.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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