In der von erhöhten Bleikonzentrationen betroffenen Ortschaft Schrems in der Gemeinde Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) ist am Donnerstag Entwarnung gegeben worden: Wie Bürgermeister Johannes Wagner den Bewohnern am Abend bei einer Versammlung mitteilte, wurden bei den genommenen Blut- und Haarproben keine auffällig hohen Schwermetallwerte festgestellt.
Vergangenen Herbst wurde bekannt, dass durch eine ehemalige Bergbau- und Schlackehalde der Boden in Schrems vergiftet ist. Die Verdachtsflächen umfassen etwa 30.000 Quadratmeter. Rund 70 Menschen leben heute auf dem Areal, auf dem sich Ende des 19. Jahrhunderts der Betrieb befand.
Entwarnung nach Laborergebnissen
Nach der Feststellung der erhöhten Werte im Boden wurden bis Jahresende von den Bewohnern Proben genommen, um zu überprüfen, ob das Schwermetall in erhöhter Konzentration auch in den Körpern nachweisbar ist. „Die Laborergebnisse haben ergeben, dass weder Vollblut- noch Haarproben auffällige Schwermetallkonzentrationen aufweisen, da sich die Konzentrationen von relevanten Metallen im Normalbereich bewegen“, hieß es in der Bürgerinformation.
Warnung vor Gemüse und Obst
Die seit Herbst ausgegebenen Empfehlungen bleiben allerdings aufrecht: Gemüse und Obst, das auf den Verdachtsflächen gezogen wird, soll nicht gegessen werden. Grundwasser aus den betroffenen Böden dürfe nicht als Gießwasser verwendet werden, um eine weitere Kontamination zu vermeiden. Außerdem sollen Kinder keine Erde in den Mund nehmen oder gar essen.
Saneirung bis nächstes Jahr
Der Bürgermeister kündigte eine rasche Sanierung der Böden an: Konkret sollen die vergifteten Erdmassen ausgetauscht werden. Wie genau, werde noch geklärt. Den Bewohnern sollen jedenfalls keine Kosten entstehen und die Arbeiten werden auch nur durchgeführt, wenn das von den Betroffenen gewünscht ist. Zuerst ist die Sanierung jener Flächen geplant, auf denen Kinder leben.
Bis zur Gartensaison 2020 soll aber möglichst auf allen Verdachtsflächen wieder ohne Einschränkungen gepflanzt und geerntet werden können. In den kommenden Wochen will man mit den Haushalten direkt in Kontakt treten. Die Sanierung wird mit Mitteln des Bundes gefördert.
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