"Krone"-Interview

99ers-Boss nach dem K. o.: “Suchen keine Einzelopfer”

Steiermark
07.03.2010 12:33
Während Salzburg am Sonntag gegen den KAC ums letzte Halbfinal-Ticket fightet, sind die Graz-Fans noch immer bitter enttäuscht. Das Waterloo, das die 99ers im Viertelfinale der EBEL gegen Zagreb erlebten, wird noch lange Thema sein. Präsident Jochen Pildner-Steinburg analysiert es wie stets sachlich und cool.

"Krone": Herr Präsident, haben Sie dieses K.o. schon verdaut?
Jochen Pildner-Steinburg: Dass ich auch enttäuscht bin, wird man verstehen. Aber vor allem die Mannschaft muss sich beim Schopf nehmen, dass sie es nicht geschafft hat, Play-off-Mentalität zu entwickeln.

"Krone": Nach dem starken Grunddurchgang haben viele schon zu träumen begonnen...
Pildner-Steinburg: Ja, es wurde geträumt, aber sicher nicht im Klub an oberster Stelle, etwa von Bill Gilligan oder meiner Person. Uns war klar, es gibt keinen Grund abzuheben und zu erwarten, dass wir jeden in Grund und Boden rammen. Wir haben das Ziel, Play-off zu spielen, erreicht, das nächste dann klar verfehlt. So einfach ist es.

"Krone": Die Lehren daraus? Gibt's jetzt schon Konkretes?
Pildner-Steinburg: Es gibt keine Schuldzuweisungen, keine Einzelopfer, es ist ja ein komplexes System. Über Ursachen und personelle Entscheidungen wird jetzt in aller Ruhe gesprochen werden.

"Krone": Viele befürchten, dass Sie selbst nun wieder mit dem Rücktritt spekulieren...
Pildner-Steinburg: Ich denke immer über viele Dinge nach. Nicht nur im Eishockey. Und ich hab nicht nur im Eishockey schon oft Rückschläge hinnehmen müssen.

"Krone": Trainer Bill Gilligan hat selbst sehr viel Schuld auf sich genommen.
Pildner-Steinburg: Typisch für ihn, ein großer Trainer und ein großer Mensch. Wir werden in Ruhe alles analysieren, ich werde ihn jedenfalls niemals unter Druck setzen.

Interview: Richard Kallinger, "Steirerkrone"

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