Do, 21. März 2019
15.03.2019 14:19

Rückengesundheit

Problemzone Rücken: Das Kreuz mit dem Kreuz

„Ein Drittel der Bevölkerung leidet jetzt gerade an Rückenschmerzen“, sagt Dr. Michael Gabl anlässlich des Tages der Rückengesundheit. Der Arzt spricht über Ursachen und Krankheitsbilder der Kreuzschmerzen sowie die Rolle der Psyche.

Sie hält uns aufrecht, sorgt für einen möglichst stabilen Stand und Gang und ist solide wie beweglich: Die menschliche Wirbelsäule. „Es handelt sich um eine komplexe Kette an Wirbelknochen, Bandscheiben, Bändern und Gelenken, die durch eine Vielzahl von Muskeln bewegt werden“, schildert Michael Gabl, Leiter des Wirbelsäulenzentrums im Sanatorium Kettenbrücke in Innsbruck.

Die Psyche spielt eine entscheidende Rolle
Die Wirbelsäule ist eben eine wahre Bewegungskünstlerin, „die sich im Laufe eines Lebens immer wieder verändert“, wie Gabl erklärt. So kommt es im Alterungsprozess zu ganz normalen Degenerationen der Bandscheiben – ein Verschleiß also, der im Grunde nicht aufzuhalten ist. Während ein gewisser Rückenschmerz in fortgeschrittenem Alter also unvermeidlich ist, gibt es andere Faktoren, die schon früher zu Problemen führen können.

„Grundsätzlich gilt zwischen spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen zu unterscheiden“, klärt der Experte auf. Zu unspezifische Rückenschmerzen zählt etwa der Hexenschuss: „Das ist ein Schmerz, den eigentlich jeder kennt. Bei 70 Prozent der Betroffenen verschwindet er aber zwischen sieben und zehn Tagen wieder von selbst – auch wenn er nicht behandelt wird.“ Man spricht hierbei von einer selbstlimitierten Erkrankung. „Spezifische Rückenschmerzen haben hingegen eine fassbare Ursache“, führt Gabl aus. Es wird in drei Gruppen unterteilt:

  • Spezifische Probleme in der Wirbelsäule: Das können Fehlstellungen, Brüche oder etwa ein Bandscheibenvorfall sein.
  • Rheumatologische Erkrankungen: Hierbei handelt es sich um Entzündungen, die auch klare Veränderungen in der Wirbelsäule nach sich ziehen.
  • Somatisierte Depressionen: Psychische Belastungssituationen werden als körperlicher Schmerz wahrgenommen.

Die Psyche spielt eine große Rolle wenn es um unspezifische wie chronische Rückenprobleme geht: Nicht umsonst gebe es Sprichwörter wie „Jemandem die Hacke ins Kreuz schlagen“, „Die Faust im Nacken haben“, schildert der Facharzt. So geht den Schmerzen laut einer Studie bei 80 Prozent aller Patienten in mittelfristiger Vergangenheit eine negative Stresssituation voraus. Das könne etwa ein Jobwechsel oder eine Trennung sein. Aber auch Bewegungsmangel wie fehlender körperlicher Ausgleich könne zu Schmerzen führen.

Schmerz lass nach: Was zu den Problemen führt
Bei spezifischen Rückenschmerzen lassen sich die Ursachen hingegen in zwei Gruppen unterscheiden: 75 Prozent Genetik und 25 Prozent Umwelt. „Die Umweltfaktoren sind etwa Rauchen, starkes Übergewicht oder extreme Stoß- und Schlagbelastungen über einen langen Zeitraum, wie die Arbeit mit einem Presslufthammer“, so der Arzt.

Aber was kann man gegen all diese Schmerzen tun? „Zu allererst die Angst verlieren“, sagt Gabl. Bandscheibenvorfälle seien emotional sehr negativ behaftet, die Angst davor zum Teil groß. Aber: „Jeder Mensch ab 30 hat mindestens einmal im Leben einen Bandscheibenvorfall, meistens läuft das aber völlig frei von Symptomen ab. Gibt es Probleme, kann man das heutzutage medizinisch sehr gut in den Griff bekommen“, betont der Neurochirurg, der etwa auch Hannes Reichelt nach einem Bandscheibenvorfall operierte – ein Jahr später wurde der Sportler Weltmeister.

Ansonsten gilt: Das Gleichgewicht trainieren (körperlich wie seelisch) und bewegen statt belasten!

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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