Fr, 22. März 2019
05.03.2019 13:05

90 Prozent vermeidbar

Skiunfälle: Bis 200 Verletzte jeden Tag

Bestens präparierte Pisten und Sonnenschein: In den Salzburger Bergen tummeln sich derzeit Zehntausende Urlauber. Doch die Pistengaudi hat auch ihre Schattenseiten: Bis zu 200 Wintersportler verletzen sich täglich und landen in den Spitälern, der Großteil im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach.

Benjamin Schwendtner aus Neuhofen (OÖ) etwa verunglückte bei einem Sprung im Funpark im Alpendorf in St. Johann. „Ich war mit dem Snowboard unterwegs und hab’ mir das Sprunggelenk ausgekugelt“, schildert der 18-Jährige. Es wurde wieder eingerenkt. Der ehrenamtliche Sanitäter liegt nun in der Diakonissen-Klinik in Linz. Da er auch eine Kahnbeinfraktur erlitten hatte, einen Vorfußknochenbruch, wollte er die Zeit im Spital in der Nähe seiner Heimat verbringen. Der Bruch musste operiert werden. „Im April hätte mein Zivildienst angefangen. Vorerst falle ich aus.“

140 Verletzte werden an Spitzentagen nach Unfällen auf der Piste im Kardinal Schwarzenberg Klinikum versorgt. An „ruhigen“ Tagen kommen zwischen 80 und 100 Pistenopfer rein.

Es ist trotzdem eine der sichersten Sportarten

„Skifahren ist generell gesehen ein sehr sicherer Sport. Gemessen an der Gesamtzahl der Wintersportler – das können etwa allein im Alpendorf und in Bad Gastein 70.000 pro Tag sein – liegt die Zahl der Verletzten im Promillebereich“, erklärt Primar Dr. Manfred Mittermair, Vize-Direktor des Kardinal Schwarzenberg Klinikums in Schwarzach. „Wir können Fehlstellungen korrigieren, schauen dass die Gelenke zusammenpassen – heilen muss der Körper selber“, so Mittermair.

Generell sieht er drei wesentliche Ursachen für Pistenunfälle: „Mangelnde Fitness, Selbstüberschätzung sowohl beim eigenen Können als auch bei der Ausrüstung, sowie zu wenig Rücksichtnahme auf die anderen Wintersportler.“

Ebenso ist Mittermair der Meinung, dass mittlerweile viele schwere Kopfverletzungen durch die deutlich gestiegene Helmmoral verhindert werden. Er betont, dass schwerste, offene Schädel-Hirn-Traumen nur mehr selten vorkommen. Auch von so manchem Wintersportler benutzte Wirbelsäulenprotektoren können Schlimmes verhindern. Mediziner raten, sich so gut zu schützen wie möglich und sich in jedem Fall an die Pistenregeln zu halten und Rücksicht auf andere zu nehmen.

Manuela Kappes
Manuela Kappes

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Das große Zittern:
Scheidet Petzner heute bei „Dancing Stars“ aus?
Video Stars & Society
Nach Schimpftiraden
UEFA eröffnet Disziplinarverfahren gegen Neymar
Fußball International
Kind unter Opfern
Dreiköpfige Familie von Auto erfasst!
Niederösterreich
„Krone“-Interview
Herzog: „Natürlich ist Alabas Ausfall gut für uns“
Fußball National
Feuer am Bahnhof
Lkw gerät in Oberleitung: Schwarze Rauchsäule
Niederösterreich
Fan-Randale
Spiel-Abbruch: Punkteabzug für Panathinaikos
Fußball International
Drama auf Bahnübergang
Auto kollidiert mit Zug: Beifahrer (69) getötet
Steiermark

Newsletter