25.02.2019 06:00 |

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„Betretungsverbot“

„Kuh-Urteil“: Immer mehr Bauern sperren Almen

Es sorgt für Entsetzen und Unverständnis - nicht nur bei den Betroffenen, sondern auch bei der Mehrheit der Österreicher. Nach dem Urteil gegen einen Tiroler Almbauern, der nach dem Tod einer deutschen Urlauberin zu einer Strafe von 490.000 Euro verurteilt wurde, geht nun Angst und Sorge bei Österreichs Landwirten und Almbesitzern um, weshalb sich so mancher bereits zu einem drastischen Schritt entschloss - nämlich der Sperre von Wanderwegen, die über seine Almen führen.

Zu groß ist die Furcht vor ähnlichen Konsequenzen, die dem besagten Almbauern nach dem Urteil des Innsbrucker Gerichts blühen. Wie bereits mehrfach berichtet, war der Mann zu einer existenzbedrohenden Geldstrafe verurteilt worden, nachdem eine Urlauberin aus Deutschland, die ihren Hund bei sich hatte, auf seiner Alm von Kühen angegriffen und zu Tode getrampelt worden war. 

„Das Urteil würde das Aus für unsere Almen bedeuten“
„Die Umstände sind tragisch, das Urteil würde aber das Aus für unsere Almen bedeuten“, hatte sich etwa Bauernbund-Präsident Georg Strasser fassungslos und erschüttert über das Urteil gezeigt. Angeführt wurde in der Urteilsbegründung etwa, dass der Almbauer das Gebiet hätte einzäunen können. Der Gerichtsentscheid rief zuletzt auch die Politik auf den Plan.

„Eine Folge daraus könnte sein, dass Landwirte nicht mehr erlauben, dass Wanderer ihre Gründe überqueren. Denn das freie Wegerecht nach dem Forstgesetz gilt für den Wald, nicht aber für freie Weideflächen. Dadurch wären aber sehr viele Wanderziele nicht mehr erreichbar und viele Bergtouren nicht mehr möglich“, hatte auch Wolfgang Kuttnig von der Wirtschaftskammer Kärnten zu bedenken gegeben. 

„Werde unsere bösartigen Rinder trotzdem auf die Alm treiben“
Und offenbar genau diesen Weg schlug jetzt bereits so mancher Almbesitzer ein und kündigte diesen Schritt auch in den sozialen Medien an. „Ab sofort gilt auf meinen Almflächen im Nockgebiet für Jedermann/Frau und Hund ein absolutes Betretungsverbot“, ließ einer der Landwirte etwa auf Facebook wissen. Man könne sich derartige Urteile nicht leisten, führte der Almbauer weiter aus. „Ich werde unsere bösartigen Rinder trotzdem wieder auf die Alm treiben“, ließ er überdies wissen.

Auch ein weiterer Almbauer kündigte die Sperre mehrerer Wanderwege, die über seine Almen führen, an, da er nicht bereit sei „von Freizeithungrigen und deren Anwälten (Rechtsschutzversicherungen) an den Pranger gestellt zu werden und von Generationen praktizierte Almwirtschaft zerstören zu lassen“. Beim Blick auf die Kommentare zeigt sich. Die Mehrheit der Österreicher steht hinter unseren Bauern. Zwar wird deren Entscheidung bedauert, die Almen für Wanderer zu sperren - der Großteil jedoch kann die Reaktion nachvollziehen.

Kronen Zeitung und krone.at

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