Nach 6 Jahre Leerstand

Mietvertrag für „Geisterhaus“ wird gekündigt

Um knapp zwei Millionen Euro errichtet, im Mai 2009 eröffnet - und wegen katastrophaler Finanzen der Linzer Homosexuellen-Initiative Hosi drei Jahre später wieder zugesperrt: Der Prachtbau in der Fabrikstraße, der in den letzten sechs Jahren zum Geisterhaus mutierte, wird nun endlich an die GWG „zurückgegeben“.

In den letzten Jahren war die Geschichte, die noch zwischen 2012 und 2014 in regelmäßigen Zeitabständen für Gesprächsstoff sorgte, längst in Vergessenheit geraten. Und so wundert es auch niemanden mehr, dass der ansehnliche, gläserne Prachtbau in der Fabrikstraße 14 seit nunmehr sechs (!) Jahren leer steht. Sechs Jahre, in denen die ohnehin finanziell schwer belastete Stadt Monat für Monat den Bestandszins an die GWG überweisen musste. Laut Kontrollamtsbericht von 2013 waren dies 12.451 Euro zuzüglich Betriebskosten und Mehrwertsteuer für die komplette Immobilie - allein für das ehemalige Hosi-Zentrum mussten so insgesamt rund 460.000 Euro fällig geworden sein. Eine Summe, die man zu berappen hatte, weil man einfach keinen Mieter fand.

Verpflichtung gegenüber dem Land
„Es hätte eigentlich immer wieder Interessenten gegeben, aber in einer Abmachung mit dem Land hatte man sich damals dazu verpflichtet, nur Vereine und Institutionen, die einen sozialen Zweck erfüllen, als Mieter zuzulassen“, klärt SP-Liegenschaftsreferentin Regina Fechter auf. Sonst hätte man nämlich die für den Bau erhaltene Förderung über 700.000 Euro ans Land zurückzahlen müssen.

Kündigung im nächsten Gemeinderat
Nachdem nun aber der freiwillige Kündigungsverzicht nach zehn Jahren erlischt, wird im nächsten Gemeinderat endlich entschieden, das Gebäude an die GWG zurückzugeben. Kleines Detail am Rande: Selbst wenn man sich Anfang März zur Kündigung entschließt, wird diese erst mit 31. Dezember 2020 (!) schlagend. Bis dahin heißt’s noch brav blechen fürs Geisterhaus! 

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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