Mo, 25. März 2019
20.02.2019 07:00

„Krone“-Interview

Kampf gegen Plastik: „Die Politik ist gefordert“

Die Botschaft kam in der Bevölkerung an: Plastik ist schlecht für unseren Planeten. Vor allem so, wie wir es derzeit verwenden. Viele wollen dagegen etwas tun. Sandra Krautwaschl hat damit schon vor zehn Jahren begonnen. Ihre Familie lebt seither plastikfrei. Mittlerweile will sie auch als Politikerin (Grüne) etwas bewegen.

Wie schwer fällt es Ihnen, auf Plastik zu verzichten?
Gerade am Anfang war es nicht einfach. Da fehlte die Routine. Jetzt habe ich zum Beispiel beim Einkaufen, neben meiner Stofftasche und der Trinkflasche, auch immer ein paar Dosen dabei. Da kommen unter anderem Wurst und Käse direkt von der Theke rein. Früher haben einen die Leute schon komisch angesehen. Mittlerweile wird das gut akzeptiert. In einem Jahr fällt in unserem Haushalt maximal ein halber gelber Sack Plastikmüll an, der sich gar nicht vermeiden lässt.

Wie kann man einfach auf Plastik verzichten?
Vor allem muss man Freude daran haben, Plastik einzusparen. Beispielsweise, indem man zum Einkaufen schon seine Stofftasche mitbringt. Leitungswasser ist natürlich eine gute Alternative zum Wasser aus der Plastikflasche. Bei Säften findet man immer wieder regionale Initiativen, die Pfandsysteme anbieten. Generell gilt es, die Augen offen zu halten. Dann entdeckt man immer neue Möglichkeiten, um Kunststoff zu reduzieren.

Was hat sich in den vergangenen Jahren beim Thema Umweltschutz getan?
Die Problematik ist in der Bevölkerung angekommen. Bilder von mit Plastik verdreckten Meeren führen vor Augen, wie wir mit unserer Lebensgrundlage umgehen. Von Jahr zu Jahr wird auch die Berichterstattung mehr. Vor zehn Jahren, als meine Familie und ich unser plastikloses Leben starteten, waren wir echte Exoten. Bei den Vorträgen, die ich zu dem Thema halte, merke ich aber: Umweltverschmutzung ist jetzt im Main Stream angekommen. Die Leute wollen sich einsetzen. Es landen allerdings nach wie vor jährlich acht Millionen Tonnen Plastik im Meer.

„Jeder kann etwas tun“

Kann man dagegen als Einzelperson überhaupt richtig ankommen?
Jeder kann etwas tun, aber mit Grenzen. Es ist sehr wichtig, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen. Nur so kann auch der Druck auf die Politik für die großen und notwendigen Veränderungen ausgeübt werden. Wir müssen ja gar nicht vollkommen auf Kunststoff verzichten - es muss in erster Linie richtig eingesetzt werden.

Wie soll das funktionieren?
Es braucht eine Norm für Plastik. In Österreich wird fleißig Müll getrennt. Trotzdem kann nur ein Bruchteil des Plastiks wiederverwertet werden - weil es so viel verschiedene Kunststoffe gibt. Diese nochmals zu sortieren und dann wiederzuverwerten ist teurer, als neuen Kunststoff zu produzieren und den alten zu verbrennen. Durch CO2-Steuern könnte beispielsweise eine Kostenwahrheit geschaffen werden: Wiederverwenden muss billiger sein als wegwerfen.

Mikroplastik wurde bereits im menschlichen Körper gefunden. Wie kann das verhindert werden?
Hauptursache für Mikroplastik ist der Reifenabrieb auf Straßen oder Flugfeldern. Aus der Kleidung gewaschene Kunststoffteilchen und im Meer zersetztes Plastik tragen ebenfalls viel dazu bei. Hier müsste man nach technischen Lösungen forschen. Ich persönlich verzichte auf Kleidung mit Kunststoffanteil. Außerdem nutze ich oft öffentliche Verkehrsmittel. Bei den Lebensmitteln achte ich auf regionale Herkunft, denn da ist der Transportweg kürzer.

Lea Singer, Kronen Zeitung

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