19.02.2019 09:59 |

WM-Ort Seefeld

Als die Brettln laufen lernten

Die Nordische Ski-WM in Seefeld ist das insgesamt vierte sportliche Großereignis in der Geschichte des Ortes, die mehr als 600 Jahre zurückreicht. Zuerst kamen die Wallfahrer, dann die Wintersportler. 

Sagenhafte Ereignisse machten Seefeld, den kleinen, schneereichen Ort auf einer Hochebene auf 1200 Meter schon vor 600 Jahren weitum bekannt. Den gemeinen, hinterlistigen Ritter und Schlossherrn Oswald Milser hätte beinahe der Teufel geholt, nachdem er die Hostie des Priesters gefordert hatte. Der Frevel hatte Folgen: Das kleine Bergbauerndorf wurde Wallfahrtsstätte und blieb es für rund 400 Jahre.

Mittenwaldbahn brachte die Wende
Doch es gab auch dürftige Zeiten voller Not. Der karge Boden auf der Hochebene warf nur wenig Ertrag für die Bauern ab. Viele waren zum Absiedeln gezwungen. Erst der Bau der Mittenwaldbahn 1912 brachte die entscheidende Wende: Erholungssuchende aus dem Tal genossen die Bergluft, Kranken verschaffte das Reizklima Linderung. Nach den Sommerfrischlern kamen die Wintersportler.

Weltmeister Seelos weckte Skibegeisterung
Die Erfolge des Skipioniers Anton Seelos 1933 und 1935 machten den Namen Seefeld erstmals weltweit bekannt. Bis 1981 leitete Seelos die 1921 gegründete Skischule und weckte mit dem von ihm erfundenen Parallelschwung die Skibegeisterung von Generationen. Im Zeitraum 1961 bis 1971 wurden im Schnitt 15 Neubauten jährlich errichtet, meistens Hotels und andere Gastgewerbebetriebe. Olympia 1964 und auch 1976 brachten den Durchbruch. Von den damals getätigten Investitionen profitierten Einheimische und Gäste über Jahrzehnte.

Autor von Seefeld-Buch als Zeitzeuge
Weil die hügelige Landschaft zwischen Seefeld und Leutasch geradezu ideale Voraussetzungen für das Langlaufen bot, wurde 1985 erneut ein sportliches Großereignis an Seefeld vergeben: die erste Nordische Ski-WM. „Die Begeisterung, die die Langläufer auslösten, war so groß, dass die Namen der Sieger noch nach Jahren geläufig waren“, erinnert sich der Seefelder Autor Gerhard Sailer, der selbst alle sportlichen Großereignisse miterlebt hat.

WM-Funke sprang über
„Aber die größte Leistung, die von den Männern und Frauen auf der Loipe vollbracht wurde, liegt darin, dass sie eine Bewegung in Gang setzten, die vorher einfach undenkbar war. Heute sieht man an jedem Wintertag Hunderte von Langläufern und Skiwanderern auf den Loipen. Sie laufen und kämpfen wie ihre großen Vorbilder. Oder sie wandern, weil es gesund ist und die Gegend dazu einlädt.“

Seit 2002 werden die fünf Plateaugemeinden Seefeld, Leutasch, Reith, Scharnitz und Mösern gemeinsam vermarktet - als eines der größten Langlaufgebiete der Alpen mit 266 km Loipen.

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