Do, 23. Mai 2019
14.02.2019 06:30

Lokalaugenschein

Wo Frauen Schutz vor Gewalt suchen

Es ist ein Zufluchtsort: Das Frauenhaus Salzburg bietet weiblichen Opfern von Gewalt den dringend benötigten Schutz. Oft nur für ein paar Tage, oft für mehrere Monate. Und obwohl das Haus fast das ganze Jahr voll ausgelastet ist, kämpft die Einrichtung mit finanziellen Problemen. Die „Krone“ machte sich ein Bild vor Ort.

Kameras, hohe graue Wände und Bewegungsmelder schirmen das gelbe Haus ab. Von außen wirkt es abgeschottet, den Frauen, die hier untergebracht sind, bietet es Schutz. „Ein Hochsicherheitshaus“, erklärt Birgit Thaler-Haag, die das Frauenhaus Salzburg leitet. Solche Einrichtungen seien leider noch immer notwendig, betont sie.

Jede fünfte Frau erlebt laut Studien häusliche Gewalt. Vergangenes Jahr wurden im Bundesland Salzburg 1107 Frauen zu Opfern. „Die aktuellen Frauenmorde sind nur die letzte Stufe der Eskalation. Ich bin mir sicher, dass hier schon vorher Gewalt im Spiel war“, sagt Thaler-Haag. Sie ist froh, bei ihren Klientinnen noch keine tödliche Auseinandersetzung erlebt zu haben. „Manche“, wird sie leiser, „sind hochgefährdet“.

19 Frauen wohnen in dem Haus auf mehreren Stockwerken. Manche bleiben nur ein paar Wochen, andere auch mehrere Monate. Zwei Küchen, eine Kinderecke, ein kleiner Spielplatz und ein Garten sollen Normalität herstellen. Nur der Blick aus dem Fenster erinnert die Frauen daran, dass sie nicht zu Hause sind.

Normalität herstellen heißt den Alltag bewältigen. „Fallweise kommt es vor, dass die Männer den Frauen auch vor dem Haus auflauern.“ Thaler-Haag und ihre Kolleginnen müssen für die Bewohnerinnen auch oft alltägliche Wege planen.

Mobile Alarmgeräte für den Weg zur Arbeit
Alarmgeräte werden ab und an schon mitgegeben. Von den Debatten über höhere Strafen für gewalttätige Männer hält die Leiterin nichts. „Es braucht mehr Täterarbeit.“ Auch eine bessere Finanzierung sei notwendig. Dieses Jahr mussten 18 Betreuungsstunden eingespart werden. Obwohl das Haus ganzjährig zu fast 100 Prozent ausgelastet ist.

Nikolaus Pichler

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Gerücht des Jahres
Pep zu Ronaldos Juve? Jetzt kommt das Dementi
Fußball International
Wurde Tier ausgesetzt?
Verletzte Riesenschlange auf Hundeplatz gefunden
Niederösterreich
Wegen Sport-Agenden
ÖFB-Boss Windtner ärgert Regierungsumbildung
Fußball International
Vom Leser inspiriert
Rezept der Woche: Alpen-Kebap mit Linsenlaibchen
Rezept der Woche
Neuerliche Koalition?
Faßmann sagt Nein zu Türkis-Blau
Österreich
Dubiose Geschäfte
Korruptionsverdacht gegen PSG-Präsidenten Khelaifi
Fußball International
Nach Ibiza-Video
Strache kehrt nicht ins Parlament zurück
Österreich

Newsletter