Fr, 24. Mai 2019
06.02.2019 09:00

Beim Einkauf:

Beinahe mehr Plastik als Lebensmittel im Wagen

Auch wenn Plastiksackerl ab 2020 bundesweit verboten sind, schleppen wir gerade beim Lebensmitteleinkauf weiterhin viel Plastik mit. Wie viel, das führten die Grünen am Dienstag bei einem gemeinsamen Einkauf vor Augen.

Thomas Waitz, Grüner EU-Abgeordneter, schnappt sich den Einkaufswagen und startet zur Gemüseabteilung: „Mittlerweile wird sogar Gemüse, das eigentlich eine natürliche Schale hätte, in Plastik eingepackt“, schüttelt der Steirer den Kopf. Wachsame Augen entdecken in Supermärkten mehr Kuriositäten: „Vor allem Süßigkeiten werden oft doppelt und dreifach eingepackt“, zeigt Waitz auf.

Begleitet wird der EU-Politiker von den Innsbrucker Grünen und Gemeinderätin Barbara Neßler, welche unterstreicht: „In Tirol kann man, beispielsweise bei Bauernläden, Obst und Gemüse auch ohne Plastik kaufen. Außerdem haben wir Geschäfte, die viele Produkte komplett ohne Verpackung anbieten. Das ist gut, nimmt aber wieder nur die Konsumenten in die Pflicht. Es braucht aber unbedingt politische Regelungen.“

Trotz Verbot bleibt weiter viel Kunststoff im Umlauf
Ein erster Schritt in diese Richtung ist ab 2021 ein EU-weites Verbot von Einwegplastik – die „Krone“ berichtete –, für das es umweltfreundliche Alternativen gibt. Waitz wühlt in seinem nun schon halb vollen Einkaufswagen und erklärt, welches Plastik ab 2021 nicht mehr erlaubt ist. Fazit: Es bleiben auch weiter viele Kunststoffverpackungen in den Geschäften.

Plastik zu vermeiden ist gar nicht so einfach
Ein Paar aus Absam schildert: „Wir versuchen schon, Plastik zu sparen, aber das ist schwer. Am Ende bleibt doch immer viel Müll. Den trennen wir dann aber immer ordnungsgemäß.“

Ein ganzer Wagen voller Verpackungen
Viel Plastik häuft sich auch beim Einkauf der Grünen. An der Kassa packen sie alle Lebensmittel, die sie um rund 120 Euro erworben haben, aus. Das Resultat: Nur mit dem Plastik ist der Einkaufswagen wieder fast gleich voll wie vorher – inklusive Lebensmittel. „Von diesem Plastik werden in Österreich nur rund 20 Prozent wiederverwendet“, erklärt Waitz. Warum das so ist? „Wir haben viel unterschiedliches Plastik, das noch mal extra sortiert werden müsste, bevor es recycelt werden kann. Das ist scheinbar zu teuer. Daher bräuchte es dringend eine Regelung für standardisiertes Plastik.“

Lea Singer, Kronen Zeitung

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