22.01.2019 17:31 |

Reuig und geständig

Nazi-Posting zu Swap-Urteil: Bedingte Haft

Die Verurteilung von Ex-Stadtchef Heinz Schaden im Juli 2017 hat im Netz etliche zu Kommentaren animiert. So auch den Angeklagten, der sich im Landesgericht nach dem Verbotsgesetz verantwortete. Weil er den Politiker in die Gaskammer schrieb: „Ein kompletter Schwachsinn“, bereute er und sagte: „Ich habe alles verloren.“

„Mein Urteil wäre Mauthausen. Im Urlaub dreh ich das Gas“: Diese Wörter des unbescholtenen Salzburgers (51) waren Prozess-Thema. „Eine eindeutige Befürwortung des Nationalsozialismus“, unterstrich Staatsanwalt Marcus Neher und erinnerte, dass gerade auch sozialistische Politiker in der NS-Zeit interniert wurden.

Verteidiger Jörg Dostal: „Er ist nie aufgefallen, ein braver Hackler, für den Porsche sein Leben war. “ Mehr als 20 Jahre lang werkte der nun Arbeitslose für den Auto-Konzern. Doch das Posting brachte ihm die fristlose Kündigung ein.

Mitschuld hat seine Sucht, macht Dostal klar: „Er hat ein Alkohol-Problem.“ An jenem Sommertag war der Arbeiter betrunken, verfasste die Zeilen als er bei ein paar Bier im Garten saß. Er selbst erinnert sich nicht mehr daran. Schadens Urteil habe ihn auch nicht mal geärgert, meinte er auf Nachfrage von Richter Günther Nocker: „Ich geh nicht mal wählen, das interessiert mich nicht.“

Die Assoziation mit der Nazi-Zeit gibt er aber zu, bereut es. Auch weil er einen Freund fast in die Bredouille brachte: Der wollte nämlich das Posting auf sich nehmen, „um zu helfen“. Das brachte dem Angeklagten den Vorwurf der Verleumdung ein. Ein Jahr auf Bewährung, lautete das nicht rechtskräftige Urteil. Und er darf das KZ Mauthausen besuchen, weil er dort noch nie war.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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