22.01.2019 12:47 |

Theorie nährt Zweifel

Gibt es den errechneten „Planet 9“ doch nicht?

Aufgrund ungewöhnlicher Umlaufbahnen von Himmelskörpern im Kuipergürtel haben Astronomen bis dato auf die Existenz eines bisher unbekannten Planeten am Rande unseres Sonnensystems geschlossen. Gesehen hat den mathematisch vorhergesagten „Planet 9“, der weit jenseits des Neptun seine Bahn ziehen soll, noch niemand. Jetzt haben Forscher eine neue, vielversprechende Theorie aufgestellt.

Laut Jihad Touma von der American University of Beirut und Antranik Sefilian von der University of Cambridge lassen sich die seltsamen Umlaufbahnen auch anders erklären. Statt eines großen Himmelskörpers - dem postulierten „Planet 9“ - könnte auch der Verbund vieler kleiner Objekte für die festgestellten Anomalitäten der Orbits im Kuipergürtel sorgen.

Ein Team um Sefilian vermutet, dass einige Kometen im Kuipergürtel für die entsprechende Gravitation sorgen könnten. Dafür haben sie ein Computermodell der Region erstellt. „Wenn man ,Planet 9‘ aus dem Modell entfernt und stattdessen einige kleine Objekte auf einer großen Fläche (Bild oben) verteilt, sorgt ihre gemeinsame Anziehungskraft auch für die exzentrischen Umlaufbahnen“, sagt Sefilian. Bewiesen sei damit aber noch nichts, es sei durchaus möglich, dass „Planet 9“ tatsächlich existiere, so der Forscher.

Hinweise auf Existenz von „Planet 9“
Im Jänner 2016 haben zwei US-Astronomen laut eigenen Angaben Hinweise auf die Existenz eines neunten Planeten in unserem Sonnensystem entdeckt. Der Himmelskörper sei etwa zehnmal so schwer wie die Erde, teilten Konstantin Batygin und Mike Brown vom California Institute of Technology mit. „Planet 9“ umkreise die Sonne in einer durchschnittlich 20-mal so großer Entfernung wie Neptun, der derzeit äußerste bekannte Planet unseres Sonnensystems. Damit sei der Planet so weit von seinem Zentralgestirn entfernt, dass er für eine Umkreisung wohl 10.000 bis 20.000 Jahre benötige, berichteten die Forscher im Magazin „Nature“.

Kleinere Version von Uranus oder Neptun?
Wenige Monate später, im April 2016, bestimmten Astrophysiker der Universität Bern mithilfe eines Computermodells , wie „Planet 9“ aussehen könnte. Demnach hat er einen Radius, der 3,7-mal demjenigen unserer Erde entspricht. Die Forscher glauben, dass der mysteriöse Himmelskörper ein kleiner Eisriese mit einer Hülle aus Wasserstoff und Helium ist - quasi eine kleinere Version von Uranus und Neptun.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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