So, 26. Mai 2019
17.01.2019 08:30

„Krone“-Check

Das kleine Einmaleins der Lawinenbegriffe

Zwar entspannt sich die Lawinensituation insgesamt langsam, den Experten bereiten allerdings vermehrt die unberechenbaren Gleitschneelawinen Kopfzerbrechen. Was versteht man unter diesem Begriff? Die „Krone“ erklärt die verschiedenen Lawinenarten, von denen während eines Winters in Tirol immer wieder die Rede ist.

Die Gleitschneelawine:
Der Schreck sitzt den Bewohnern eines Einfamilienhauses in Jochberg wohl noch in den Knochen, nachdem am Dienstag aus dem Wiesenhang über dem Gebäude der Schnee abrutschte und in den Carport vordrang. Dabei handelte es sich um eine klassische Gleitschneelawine. Die benötigt einen glatten Untergrund (z.B. einen Wiesenhang), eine angefeuchtete Schneedecke sowie Bodentemperaturen um die Null Grad. „Wir hatten einen warmen Herbst, es schneite spät zu, der Schnee isoliert, der Boden konnte nicht mehr gefrieren - ideale Voraussetzungen für Gleitschneelawinen“, erklärt Rudi Mair, Leiter des Tiroler Lawinenwarndiensts.

Risse im Hang stellen erste Anzeichen für Gefahr durch eine Gleitschneelawine dar. „Der Schnee kann dann beispielsweise in zwei Stunden abrutschen, in zwei Tagen oder etwa erst in zwei Wochen“, sagt Mair. „Das ist das Gemeine an dieser Lawinenart - sie lässt sich nicht wirklich vorhersagen. Sie kann selbst mitten in der Nacht abgehen. Außerdem kann man sie nicht künstlich durch Sprengungen auslösen.“ Diese heimtückische Problematik werde Tirol noch den gesamten Winter beschäftigen.

Das Schneebrett:
„Für ein Schneebrett braucht es eine Schwachschicht in der Schneedecke - etwa Oberflächenreif - und darauf eine gebundene Schneeschicht“, erläutert Rudi Mair. Fährt ein Skiläufer in diese verhängnisvolle Mischung hinein, rutscht der Schnee auf der schwachen Schicht ab, die wie ein Kugellager wirkt - ein Schneebrett löst sich. Dies geschieht in der Regel mit einem lauten Knall, kann aber ebenso lautlos passieren. Der Knall resultiert aus dem Reißen der Schicht.

Die Staublawine:
Man bezeichnet sie laut Rudi Mair auch als Katastrophenlawine. Sie benötigt sehr viel Schnee und eine große Sturzbahn über mindestens 100 Meter. Die Staublawine beginnt mit einem Schneebrett, das in der Sturzbahn immer mehr Schnee und Luft aufnimmt und letztlich bis zu 300 km/h schnell sein kann. Mair: „Sie besteht aus der Fließschicht, der sogenannten Saltationsschicht darüber und der Staubschicht oben. Während die Staubschicht maximal Fenster eindrücken kann, beinhaltet die Saltationsschicht aufgrund ihrer Dichte das eigentliche Zerstörungspotenzial.“ Zur Erinnerung: Eine Staublawine löste auch die Katastrophe von Galtür im Februar 1999 aus.

Die Nassschneelawine:
Nassschneelawinen bedrohen im Frühjahr den Siedlungsraum. Bei Durchfeuchtung der Schneedecke nach Regen und jahreszeitlich bedingter Erwärmung lösen sich Schneemassen direkt am Boden. Sie verlegen dann nicht selten Straßen.

Die Lockerschneelawine:
Charakteristisch sind ein punktförmiger Abriss unter einem Felsen und Birnenform. Diese Art tritt häufig nach Neuschneefällen auf.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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