16.01.2019 12:53 |

Kaum Tag ohne Böen

Experte: „Windigster Jänner seit zwölf Jahren“

Und wieder ein Tag mit Sturmböen in der Bundeshauptstadt, wieder ein Tag, an dem der Wind in den Gassen Wiens heult, Blätter durch die Luft wirbelt und so manchem Passanten die Kapuze vom Kopf weht. Ist es nur ein Gefühl, oder häuften sich zuletzt die stürmischen Tage in der Bundeshauptstadt? Müssen wir uns in Zukunft gar mit einer „windigeren“ Wien abfinden? krone.at hat bei den Wetterexperten nachgefragt. Eines gleich vorweg - der Eindruck täuscht tatsächlich nicht!

Vor allem seit Ende Dezember 2018 ist und war es, „von kurzen Unterbrechungen abgesehen, stets sehr windig“, wie Konstantin Brandes, Experte der Ubimet, am Mittwoch erklärt. „Wir erleben definitiv den windigsten Jänner seit zwölf Jahren.“

Doch warum hält sich das stürmische Wetter so überaus hartnäckig? Schuld daran ist eine „festgefahrene Großwetterlage“, so der Experte. „Seit dem Jahreswechsel erleben wir nämlich eine sehr beständige Großwetterlage. Über den Britischen Inseln und dem östlichen Atlantik liegt ein kräftiges Hochdruckgebiet. Dieses lenkt alle Tiefs im Uhrzeigersinn um seinen Kern herum“ - und jedes einzelne dieser Tiefs lässt den Wind in Wien aus West bis Nordwest stürmisch auffrischen, erklärt Brandes.

Bislang elf Sturmtage im Jänner
Vergleicht man die Anzahl der stürmischen Jänner-Tage der letzten zwölf Jahre, sticht das heurige Jahr wahrlich hervor. Von 1. bis einschließlich 15. Jänner 2019 wurden bei der Ubimet bereits elf Sturmtage verzeichnet, die Windböen erreichten dabei einen Maximalwert von 94 Stundenkilometer. Im Jahr 2018 wurden im gesamten (!) Jänner acht Tage mit stürmischen Böen registriert, im Jahr davor sechs Tage.

Spitzenreiter war in der jüngeren Vergangenheit das Jahr 2007, berichtet Brandes. In diesem Jahr konnten insgesamt 18 Sturmtage im Jänner verzeichnet werden. Doch selbst diese Zahl könnte heuer „theoretisch noch übertroffen werden. Wir sind ja erst bei Jänner-Halbzeit“, so Brandes.

Wird die Bundeshauptstadt in Zukunft „windiger“?
Stehen nun also alle Zeichen auf Sturm - zumindest was das Wetter- bzw. Windgeschehen in der Bundeshauptstadt betrifft? Werden wir uns in Zukunft mit steiferen Brisen, die uns um die Nase wehen, abfinden müssen? „Der Trend in Wien scheint langsam in die Richtung ‚windiger‘ zu gehen“, folgert der Experte aus den ihm vorliegenden Daten. Seit dem Jahr 1961 konnte beim Vergleich der sogenannten Klimamittelwerte ein steter Anstieg der windigen Tage in der Bundeshauptstadt beobachtet werden. Doch der Experte kann beruhigen: „Natürlich wird es auch in Zukunft neben stürmischen Wintermonaten auch sehr ruhige geben“, erklärt Brandes.

Ein Ende der Sturmböen ist langsam in Sicht
So viel zur etwas ferneren Zukunft - doch wann geht den Sturmböen, die auch noch am Mittwoch über Wien hinwegfegten und den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr mehrere Einsätze wegen Sturmschäden bescherte, endlich die Puste aus? Die gute Nachricht: noch im Laufe des Tages, bis einschließlich Donnerstagnachmittag werden sich die Böen eine Pause gönnen. Doch bereits ab den Donnerstagabendstunden frischt der Wind erneut auf und beschert uns Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometer. Im Laufe der nächsten Tage „scheint sich die Lage in Wien nachhaltig zu beruhigen“ - nicht zuletzt dank eines Hochs, das „anstelle der Tiefs die Regie über Nordosteuropa übernimmt“, erklärt Brandes.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz

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