Do, 24. Jänner 2019

Europa League

11.12.2018 14:19

Bachmann warnt Rapid und will 2019 ins Watford-Tor

Die schottische Liga soll für Daniel Bachmann zum Sprungbrett werden. Der Niederösterreicher macht sich Hoffnungen, in der kommenden Saison beim englischen Premier-League-Klub Watford das Tor zu hüten. Das Leihengagement des 24-Jährigen in Schottland entwickelte sich zuletzt vielversprechend. Mit Kilmarnock liegt er hinter Celtic Glasgow und Glasgow Rangers auf Platz drei. Die beiden Glasgower Großklubs kämpfen am Donnerstag in der Europa League gegen Salzburg bzw. Rapid um den Aufstieg. Bachmann warnt unsere Eurofighter vor Übermut.

Bullen-Gegner Celtic präsentierte sich zuletzt beim 5:1 gegen Kilmarnock in Hochform. „So gut habe ich sie noch nie gesehen. Das war ihre beste Leistung in den letzten zwölf Monaten“, meinte Bachmann. „Wenn Celtic am Donnerstag so spielt, wird es auch für Salzburg ganz schwer, da etwas zu holen.“ Vor allem Celtics Linksfuß Ryan Christie hätte sich zuletzt in „unglaublicher Form“ präsentiert. In den vergangenen sechs Ligaspielen erzielte der Mittelfeldspieler fünf Tore. Die Rangers dagegen seien stark von ihrem kolumbianischen Stürmerstar Alfredo Morelos (9 Ligatore) abhängig. „Wenn er fehlt, gewinnen sie wenig“, sagte Bachmann. Morelos wurde in dieser Saison bereits dreimal ausgeschlossen. „Er ist sehr anfällig für Provokationen, ein Häferl. Das kann Rapid natürlich ausnutzen.“

Gerrard macht Rangers stark
Fußballerisch hätten sich die Rangers unter Neo-Trainer Steven Gerrard gut entwickelt. „Seit er da ist, hat es einen Riesenumschwung gegeben. Man sieht, dass die Rangers wieder der Verein werden, der sie vor zwölf oder 15 Jahren waren“, sagte Bachmann, der in Glasgow unweit des Rangers-Stadions wohnt, über den aus dem Konkurs zurückgekehrten Traditionsclub, der nur zwei Punkte hinter Serienmeister Celtic liegt. „Ich glaube, dass sie bis zum Schluss eine Chance haben.“

Einserleiberl
Auch Kilmarnock will so lange wie möglich an der Spitze mitmischen. Vor der Abfuhr gegen Celtic hatte Bachmann in seinen ersten vier Ligaeinsätzen kein Gegentor erhalten. Mit konstanten Leistungen bei seinem einjährigen Leihengagement in Schottland will sich der Keeper für die Premier League empfehlen. „Es ist das Ziel und mein persönlicher Anspruch, bei Watford im nächsten Jahr das Einserleiberl zu haben“, erklärte Bachmann. „Das ist ein realistischer Plan.“

Heißer Kampf
Derzeit hütet beim englischen Tabellenzwölften Ex-Teamkeeper Ben Foster das Tor. „Er spielt sehr stark, wird aber auch nicht jünger“, sagte Bachmann über den 35-Jährigen, den immer wieder Knieprobleme plagen. Sein brasilianischer Ersatzmann Heurelho Gomes (37) dürfte seine Karriere mit Saisonende beenden. Dazu kommt Youngster Pontus Dahlberg (19), der bereits im schwedischen Nationalteam gespielt hat. Bachmann: „Für mich ist das keine schlechte Situation.“

„Habe viel gelernt“
Der Niederösterreicher ist seit siebeneinhalb Jahren auf der Insel tätig. Seine Frau ist Engländerin, im Februar erwartet das Paar das zweite Kind. Bei Watford saß Bachmann in der vergangenen Saison achtmal auf der Ersatzbank, gespielt hat er in der Premier League aber noch nicht. Fehlende Spielpraxis ist er aus seiner Zeit bei Stoke (2011-2017) gewohnt. „Aber ich habe mit Torhütern zusammengearbeitet, die schon sehr viel erreicht haben. Da lernt man auch viel.“

Nationalteam
Über Schottland will Bachmann nun auch ins Nationalteam zurück. 2017, zum Ende der Ära von Teamchef Marcel Koller, zählte er bereits regelmäßig zum ÖFB-Aufgebot. Franco Foda setzte bisher aber auf Heinz Lindner, Jörg Siebenhandl, Cican Stankovic oder Bachmanns einstigen Schulkollegen Richard Strebinger. „Da ist kein schlechter Tormann dabei. Wenn ich konstante Leistungen bringe, hoffe ich aber, dass ich wieder ein Thema sein sollte.“

Kein Kontakt zum ÖFB
Seit Oktober 2017 habe es zwar keinen Kontakt mit dem ÖFB gegeben. Bis zum Auftakt der EM-Qualifikation im März hofft Bachmann aber, bei Foda „wieder im Hinterkopf“ zu sein. Er könne sich nur mit Leistung empfehlen. Dafür muss er regelmäßig spielen. Bachmann: „Ich hoffe, dass ich über einen längeren Zeitraum zeigen kann, dass ich nicht nur ein Talent bin, sondern einfach ein guter Tormann, der Österreich in den nächsten zehn Jahren noch viel Freude bereiten kann.“

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