11.12.2018 10:01 |

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Neues Pelzverbot auf Christkindlmärkten ignoriert

Seit 1. Oktober des Jahres gilt laut der neuen Marktordnung auf Wiener Märkten neben dem Verkaufsverbot von Käfigeiern ein Verkaufsverbot von Echtpelzprodukten. Die Tierschgutzorganisation „Vier Pfoten“ wollte wissen, ob sich die Marktstandler an dieses Verbot halten.

Die Tierschützer haben acht der bekanntesten Wiener Christkindlmärkte besucht und das Sortiment durchgesehen. Das Fazit: Auf den Märkten am Spittelberg, am Rathausplatz, am Karlsplatz sowie Am Hof können nach wie vor Waren mit Echtpelz erworben werden. Weitere geprüften Märkte, die allerdings „sauber“ waren, waren die Märkte in Schönbrunn, im Alten AKH, auf der Freyung und am Maria-Theresien-Platz. „Unter den Fundstücken waren etwa ein Paar Handschuhe mit Kaninchenpelz, ein Bommel zum Anstecken aus Kaninchenfell und eine Haube mit Bommel, vermutlich vom Marderhund. Wir haben die Fälle auch schon an das MA 59 - Marktservice & Lebensmittelsicherheit gemeldet. Dort sicherte uns der zuständige Beamte verstärkte Kontrollen zu“, sagt „Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin Martina Pluda. „Die Konsumenten haben schließlich ein Recht darauf, dass sich der Handel an bestehende Gesetze hält.“

Verkäufer teilweise selbst überfragt
Auffällig war die Unwissenheit vieler Verkäufer. „Teilweise konnten sie nicht beantworten, ob es sich um Kunst- oder Echtpelz handelt“, erzählt Pluda. „Jene die wussten, dass es um Echtpelz geht, konnten wiederum die Tierart nicht spezifizieren. Keines der Produkte war gekennzeichnet, so wie es eigentlich Vorschrift wäre. Eine Verkäuferin erklärte, dass es sich bei dem in Frage stehenden Produkt um Kunstpelz handelt - es war aber eindeutig ein Echtpelz. Eine einzige Verkäuferin sagte richtigerweise, dass kein Pelz mehr verkauft werden darf.“ Das Perfide ist, so „Vier Pfoten“, dass die meisten Echtpelzprodukte auf den Märkten wie zum Beispiel Bommeln auf Hauben unter vielen Kunstpelzprodukten liegen. Für Konsumenten ist es daher fast unmöglich zu erkennen, dass es sich dabei um Echtpelz handelt. „Wenn dann noch der Verkäufer versichert, dass es unechter Pelz ist, dann ist das Konsumententäuschung“, sagt Pluda.

Erschwert wird die Unterscheidung von Echt- und Kunstpelz durch die Tatsache, dass Fake Fur mittlerweile schon so gut gemacht ist, dass er echtem Pelz immer ähnlicher sieht und sich auch immer echter anfühlt. „Vier Pfoten“ hat ein paar Tricks parat, wie man Kunstfell von Echtfell unterscheiden kann. Im Zweifel rät die Tierschutzorganisation jedoch dazu, auf den Kauf eines Produktes mit nicht einwandfrei identifizierbarem Fell lieber zu verzichten.

  • Der Unterwolle-Test: Ziehen Sie die Oberhaare des Pelzes etwas auseinander und schauen Sie, was darunter zum Vorschein kommt. Ist der Pelz lang beziehungsweise ungeschnitten, ist bei Echtpelz manchmal eine Unterwolle zu erkennen. Diese besteht aus ganz feinen, dichten und flauschigen Haaren, welche die Tiere in der Natur ausgezeichnet wärmen.
  • Der Leder-Test: Echtpelz wird mitsamt Leder gewonnen und verarbeitet. Ziehen Sie die Haare vorsichtig auseinander. Am darunterliegenden Gewebe können Sie erkennen, ob es sich um ein künstlich gewebtes Muster beziehungsweise einen Stoff handelt oder ob die Haare auf echtem Leder haften.
  • Der Wind-Test: Echtpelz bewegt sich oft schon bei leichten Brisen. Wenn Sie ganz sanft über den Pelz blasen und sich die Haare bewegen bzw. „flirren“, haben Sie wahrscheinlich Echtpelz vor sich.
  • Der Haar-Test: Man kann Echt- von Kunstpelz unterscheiden, indem man ein paar Haare verbrennt (Vorsicht bei diesem Test!). Wenn Sie einen synthetischen Geruch wahrnehmen und die Haare zu kleinen, harten Klümpchen verschmelzen, handelt es sich um Kunstpelz. Zerfallen die Haare jedoch und riecht es nach verbrannten Haaren, so handelt es sich um Echtpelz. Einen weiteren Anhaltspunkt bieten die Haarspitzen. Sind diese geschnitten kann man von Kunstpelz ausgehen, spitz gewachsen könnten sie ein Indikator für Echtpelz sein.
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