Di, 23. Oktober 2018

Salzburg Wimmelbuch

10.10.2018 07:00

Die Mozartstadt und ihre tausend bunten Facetten

Wimmelbücher boomen. Obwohl sie ursprünglich für Kinder gemacht sind, um ihre Phantasie anzuregen, versinken auch Erwachsene beim Betrachten der bunten Illustrationen in ihre eigene Welt. Der Regensburger Peter Engel hat auf sieben Seiten seine eigene Sicht der Stadt Salzburg charmant und witzig zu Papier gebracht.

Warum flanieren Millionen von Reisenden durch diese kleine große Stadt zwischen steilen Bergen und schroffen Felswänden? Diese Frage stellte sich der erfahrene Bühnenbildner Peter Engel jedes Mal, wenn sein kreatives Handwerk im Salzburger Landestheater gefragt war.

Aktuell ist er auch wieder in der Mozartstadt, in die er sich sofort verliebt hat, und ist für das Bühnenbild und die Kostüme des neuen Familienstücks Aufführung „Pumuckl“ zuständig (Premiere ist am 16. November).

„Die Idee, neben Regensburg, Nürnberg und München auch ein Wimmelbuch über Salzburg zu gestalten, kam mir vor drei Jahren. Ich nutzte jede freie Minute, um durch die Stadt zu spazieren und Fotos zu knipsen“, erzählt der gebürtige Regensburger, der seine Ideen dieses Jahr umgesetzt hat.

Besonders fasziniert war der 49-Jährige  von den, wie er es selbst bezeichnet, „architektonisch wahnsinnig schönen Plätzen“ wie dem Mirabellgarten. Seine Ruheoase ist der Kapuzinerberg, sein Stamm-Café das Bazar, die Sichtachse zwischen Festung und den Bergen empfindet er als reizvoll. „Ich wollte möglichst viele Situationen in einem Panoramabild einfangen und mit den Figuren spielen“, beschreibt der Künstler seine Arbeit.

Des Künstlers ureigene Sicht der Dinge

Peter Engel griff also zu Feder, Tusche und Wasserfarben und brachte seine Beobachtungen zu Papier. Die Schickimicki-Gesellschaft bei den Festspielen, die mit ihren dicken Autos vorfährt. Die Touristengruppen, die in Massen dicht gedrängt durch die die Stadt laufen. Die fünf Gurken von Künstler Erwin Wurm am Furtwänglerpark. Oder der Trubel am Christkindlmarkt.

Stundenlang kann der Leser das Buch betrachten und entdeckt immer wieder neue Details. Und wer ganz aufmerksam hinsieht, stellt schnell fest: Die Figur Mozart ist auf jeder Seite zu finden. Mal beim eiligen Überqueren des Makartstegs, mal beim erfolglosen Fischen oder auf einer anderen Seite singend zwischen all den Festspielgästen.

„Es sind Geschichten ohne Worte, die sich jeder selbst zusammenreimen kann. Man kann das Pappbuch immer wieder anschauen, es wird nie langweilig“, sagt Engel, der drei Monate intensiv an seinen Zeichnungen gearbeitet hat. Tipps bekam der studierte Grafikdesigner  von seinen zwei Kindern, die ihm stets mit großen Augen beim Zeichnen zusehen.

Unter dem kleinen Regensburger Verlag „edition buntehunde“ wurde das „Salzburg Wimmelbuch“ im August frisch gedruckt und ist ab sofort im online sowie in ausgewählten Buchhandlungen zu erwerben.

Geprägt und erfunden hat das Wimmelbuch übrigens Ali Mitgutsch in den 70er Jahren. Seine Intention: Direkt über die Bilder zu kommunizieren. „Kinder können sich, allein oder mit ihren Eltern oder Großeltern, ihre eigenen Geschichten dazu ausdenken. Mir kam es immer darauf an, eine heilbare Welt zu zeigen. Zu zeigen, dass die Dinge veränderbar sind. Im positiven Sinne“, sagte der heute 83-Jährige in einem Interview mit der „Welt“.

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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