Mi, 17. Oktober 2018

„Krone“-Talk

07.10.2018 05:50

Serge Falck: „Ich gleite am liebsten dahin“

Schauspieler Serge Falck über Straßenbahnen, tote Gesichter, Mülltrennung und Pommes.

„Krone“:Sie haben mich auf eine Runde Straßenbahnfahren eingeladen.
Serge Falck: Ja, weil ich bin ein leidenschaftlicher Öffi-Benutzer und versuche alles zu machen, um das Auto möglichst viel stehen zu lassen.

Ein richtiger Öko also?
Ja (lacht), es beruhigt mein ökologisches Gewissen, aber ich bin auch schneller.

Dann wäre die U-Bahn aber doch besser als die Bim?
Ich fahre aber lieber Straßenbahn, weil ich hab’s gern, wenn ich rausschauen kann und was sehe. Und es ist entspannter. Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber in der U-Bahn starrt jeder vor sich hin, jeder scheut den Blickkontakt, und man schaut irgendwie in lauter tote Gesichter. Und ich frag mich dann, ob das eigene Gesicht auch so tot ist.

Werden Sie in der Bim nicht ständig angesprochen?
Mehr oder weniger, je nachdem, ob grad was im Fernsehen mit mir läuft. Ich fahre meistens immer von Endstation zu Endstation. Das ist angenehm, weil ich immer einen Platz habe, und ich bin auch immer so ein bissl mit Scheuklappen unterwegs: Da hab ich dann ein Kapperl und Kopfhörer auf und lese etwas.

Ins Auto steigen Sie nie?
Selten. Und wenn, dann habe ich einen Spaß daran, so wenig wie möglich zu verbrauchen. Ich gleite am liebsten dahin. Vielleicht ist das aber auch altersbedingt, dass ich immer langsamer fahre. Ich finde auch die 140 km/h auf der Autobahn einen ausgemachten Blödsinn. Das ist ein völlig falsches Signal in Zeiten der Klimakatastrophe.

Sie sind sicher auch ein Vorbild in Sachen Mülltrennung.
Ja (lacht), ich kaufe Milch in Glasflaschen, versuche Plastik zu vermeiden etc. Ich weiß, das ist alles nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich möchte einfach so wenig wie möglich Mist machen. Ich trenne sogar von anderen Leuten den Müll, wenn es mir übel aufstößt, und entsorge auch auf der Straße weggeworfene Aludosen.

Was halten Sie von Essen in der Straßenbahn?
Ich habe früher auch in der Bim gegessen. Aber wenn es nicht mehr geht, auch gut. Das Allgemeinwohl geht über die Freiheit des Einzelnen, das verstehen halt manche nicht.

Kochen Sie gerne?
Ja, Pommes hin und wieder. Da braucht man eine bestimmte Sorte und muss sie zweimal backen.

Ich glaube, da geht der Belgier in Ihnen durch!
Ja (lacht), es sind zwei Sachen, wo ich mein belgisches Herz noch spüre: beim Fußball und bei Jacques Brel.

Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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