Do, 13. Dezember 2018

Nicht rechtskräftig

26.09.2018 15:11

Nach Mord an der Mutter: Einweisung in Anstalt

In eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wird ein Bayer eingewiesen, der im Februar seine Mutter in Polling im Bezirk Braunau getötet hat. Beim Prozess in Ried wurde er nicht des Mordes angeklagt, die Geschworenen mussten nur über die Einweisung entscheiden. Den Ausschlag dabei gab ein Gutachten von Psychiaterin Adelheid Kastner. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Ja, ich habe die Tat begangen“, sagt der 28-Jährige vor Richter Josef Lautner aus. Das bedeutet, er hat seine Mutter mit einer Glasflasche erschlagen, erwürgt und ihr das Genick gebrochen, als er einen Unfall in der Dusche vortäuschen wollte. Gerichtsmediziner Harald Meyer: „Die Frau wurde durch drei Gewaltkomplexe getötet. Jeder der drei Vorgänge war geeignet, ihren Tod herbeizuführen.“

Zur Bluttat war es gekommen, weil der Technikstudent, der bereits in einer Klinik behandelt worden war, fürchtete, dass ihn seine Mutter vergiftet. Dabei wollte ihn Mutter und Bruder nur überreden, seine Behandlung die er abgebrochen hatte, wieder aufzunehmen. Der durchtrainierte Kletterer leidet, so Adelheid Kastner, nämlich seit Jahren an paranoider Schizophrenie. Dadurch fühlte er sich von seiner Umgebung ausspioniert. Zuerst von den Besuchern in der Kletterhalle, zum Schluss auch von der Mutter.

Nach der Tat flüchtete der Sohn aus dem innviertler Haus der Mutter, schwamm durch den Inn und wurde in Bayern verhaftet. Nach seiner Auslieferung ist er nun in der Göllersdorf in Behandlung. Aber so Kastner, weiterhin besteht ein hohes Risiko von Gewalthandlungen gegen anderen, wenn er nicht richtig behandelt wird. Der bereits eingetretene Behandlungserfolg reiche nicht aus, die Einweisung nur bedingt auszusprechen.

Weil er schon einmal aus einer Betreuung geflüchtet war, herrschte für den jungen Mann im Landesgericht Ried besondere Sicherheitsstufe. Er wurde von sechs Polizisten in den Saal begleitet. Erst nach einem Gespräch mit Kastner wurden ihm die Handschellen abgenommen, wenig später auch die Fußfessel.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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