Schatten des Tourismus

Hallstatt: Asiaten-Hotel bedroht Weltkulturerbe

Die Asiaten haben Hallstatt für sich entdeckt. Seit Jahren werden die Touristen aus China, Japan, Taiwan oder Südkorea immer mehr, im ehemaligen Amtshaus soll sogar ein eigenes Hotels für diese Zielgruppe entstehen. Beim Projekt geht aber nichts weiter, weil das Weltkulturerbe bedroht ist.

„Die Chinesen kommen!“ Unter diesem Titel strahlte der ORF in der Vorwoche eine Reportage über Hallstatt aus, für dessen Bewohner der Touristenzustrom Fluch und Segen zu sein scheint. Das alte Amtshaus der Saline soll sogar zu einem Hotel, das auf Asiaten ausgerichtet ist, werden. Doch das Projekt, für das 192 Architekten Entwürfe eingereicht haben, bleibt in der Warteschleife.

Weltkulturerbe gefährdet
Nach mehreren Verzögerungen hieß es zuletzt, dass der Bau im Herbst 2018 starten könnte. Doch das wird nichts. „Wir wissen immer noch nicht, ob das Projekt für das Weltkulturerbe relevant ist oder nicht“, seufzt Bürgermeister Alexander Scheutz. Konkret geht es darum, dass Kunsthistoriker Georg Steinmetzer, der für „ICOMOS Austria“ Bauvorhaben beurteilt, die Pläne für den Umbau kritisch sieht. Er hat die Entwicklungen nach Paris gemeldet, wo die ICOMOS ihren Sitz hat.

Ungewissheit stoppt Fortschritt
„Das Bundeskanzleramt bemüht sich nun um eine nationale Entscheidung, wenn das schon in Paris länger dauert. Aber das Land hat uns wissen lassen, dass sowieso nichts weitergeht, solange wir das mit dem Weltkulturerbe nicht wissen“, so Scheutz. Er bedauert: „Das Amtshaus verfällt in der Zwischenzeit immer mehr.“

Simone Waldl, Kronen Zeitung

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