Mi, 17. Oktober 2018

Petition übergeben

18.09.2018 12:08

52.296 gegen Welpenverkauf in Zoogeschäften

Hunde- und Katzenwelpen, die tagelang traurig hinter Schaufenstern sitzen müssen, um kaufwillige Kunden anzulocken - diese Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören. Jetzt übergab die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ über 52.000 Unterschriften gegen den Verkauf von Welpen in Zoohandlungen am Bundesministerin Beate Hartinger-Klein. Auch die „Krone“-Tierecke unterstützt die Forderung nach einem Verkaufsverbot.

„Wir freuen uns riesig, dass Frau Bundesministerin Hartinger-Klein die Anliegen der Bevölkerung ernst nimmt. Mehr als 52.000 Unterschriften sind ein deutliches Zeichen, dass die Österreicherinnen und Österreicher diese Tierquälerei nicht wollen“, sagt „Vier Pfoten“-Kampagnenleiterin Martina Pluda. „Daher möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Petition unterstützt haben: Dieser Erfolg gebührt auch ihnen und ihrem Engagement.“ Auch die „Krone“ unterstützt die Forderung nach einem Verkaufsverbot von Welpen in Zoohandlungen unterstützt.

Verbot 2008 gekippt
Ursprünglich hatte das 2005 in Österreich in Kraft getretene Bundestierschutzgesetz den Verkauf von Hunde- und Katzenwelpen im Zoofachhandel bereits verboten. Aus gutem Grund:  Die mitunter wochenlange Zurschaustellung in tristen Verkaufsräumlichkeiten bedeutet eine extreme Belastung für die Tiere. Martina Pluda: „Zum Entsetzen vieler Tierschutzorganisationen wurde das Verbot 2008 wieder gekippt und der Verkauf unter bestimmten Auflagen, wie etwa regelmäßigen Kontrollen und das Verbot der Schaustellung und Haltung im Schaufensterbereich, wieder erlaubt.“

„Verbot wäre echter Fortschritt für den Tierschutz“
Verkaufsräumlichkeiten ohne Frischluft und natürliches Licht sind kein artgemäßes Zuhause für einen Welpen. Gerade in der wichtigen Prägephase sind die Tiere wochenlang in strukturlosen Abteilen vollkommen isoliert von wichtigen Bezugspersonen. Zudem entscheiden sich potenzielle Käufer oft aus einem Impuls heraus und kaufen ein Tier völlig unüberlegt. Auch wird - anders als im Tierheim oder beim seriösen Züchter - nicht darauf geachtet, ob Mensch und Tier überhaupt zusammenpassen, geschweige denn das neue Zuhause überhaupt für ein Tier geeignet ist. „All das wird hoffentlich bald Geschichte sein - es wäre ein echter Fortschritt für den Tier- und Konsumentenschutz,“ freut sich Pluda.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben außerdem gezeigt, dass der Verkauf von Welpen in Zoofachhandlungen den unkontrollierten Welpenhandel nicht - wie 2008 von den Vertretern des Zoofachhandels argumentiert - in geordnete Bahnen lenken kann, so „Vier Pfoten“. Der unseriöse Handel mit Welpen boomt nach wie vor, immer wieder werden kranke Tiere zu billigen Preisen auf unseriösen Internetplattformen angeboten. Die Tiere werden in vielen Fällen auf der Straße oder in Privatwohnungen mit gefälschten Papieren übergeben.

Keine Lösung im Kampf gegen illegalen Welpenhandel
„Das zeigt, dass die Rücknahme des Verbots keine geeignete Lösung für den illegalen Welpenhandel war“, sagt Martina Pluda. „Ganz im Gegenteil, durch den Verkauf im Zoofachhandel wurde ein weiteres Tierschutzproblem geschaffen! Man könnte nun nicht nur die Situation der betroffenen Tiere zu verbessern, sondern auch die österreichischen Verbraucher besser schützen.“

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