Auf Plabutsch gondeln

Heißer Herbst in Graz: Seilbahn, Grüne und Budget

Steiermark
09.09.2018 16:18
Porträt von Gerald Richter
Von Gerald Richter

In Graz stehen in den kommenden Wochen und Monaten wichtige Entscheidungen an - es geht um Zig-Millionen Euro. Die Seilbahn auf den Plabutsch etwa ist demnächst entscheidungsreif. Die U-Bahn hängt allerdings in der Wartschleife. Das gilt auch für die Grazer Grünen, die weiter eine neue Chefin suchen. Und: Beim Milliarden-Budget der Stadt Graz gibt es nur wenig Spielraum.

Ein heißer Herbst steht bevor - hier ein Überblick über die wichtigsten Projekten bzw. Themen: 

Plabutsch-Seilbahn

Das 25 bis 30 Millionen Euro teure Projekt wird etwa Anfang Oktober beschlussreif sein - und kann dann in die Umsetzungsphase. Für die schwarz-blauen Rathaus-Koalitionäre Siegfried Nagl und Mario Eustacchio ist es eines der wichtigsten in der laufenden  Periode.

Aktuell sind die letzten Grundstücksverhandlungen für die Trasse im Gang, die ja von Graz auf den Plabutsch und dann hinunter zum Thalersee führen wird. Die dortige Gastronomie soll endlich auch auf Vordermann gebracht werden.

Noch länger werden wohl die Verhandlungen zum Kauf des gesamten Thalersees durch die Stadt dauern. Der gehört dem Bund - Nagl will ihn ins Stadteigentum überführen, um ihn zu attraktivieren.

U-Bahn und Stadtseilbahn
 Nagl möchte diese beiden Visionen unbedingt weiterverfolgen. Demnächst startet eine Machbarkeits-Studie, die im Sommer 2019 abgeschlossen sein soll. Die U-Bahn soll den Grazer Westen mit dem Osten verbinden, die Stadtseilbahn den Süden mit dem Norden. Im besten Fall kommt es zu einer Umsetzung in den nächsten fünf bis sieben Jahren. Realistischerweise wird die U-Bahn aufgrund der enormen Kosten (außer der Bund greift tief in die Tasche, was nicht ausgeschlossen, aber auch nicht wahrscheinlich ist) eher nicht umgesetzt. Anders sieht es mit der Stadtseilbahn aus - für sie schließt der  blaue Infrastrukturminister Norbert Hofer eine Zuzahlung nicht völlig aus.

Grüne Zukunft
 Die Grazer Grünen stehen vor einer wohl existenziellen Weichenstellung. Grünen-Chefin und Stadträtin Tina Wirnsberger hat ihren Rücktritt erklärt. Die Suche nach einer Nachfolgerin läuft. Unter Wirnsberger sind die Grazer Grünen beinahe in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Als wahrscheinlichste Nachfolgerin gilt weiterhin die Ex-Nationalratsabgeordnete Judith Schwentner, die derzeit bei der Caritas werkt.

Murufer
 Das Murufer wird im Zuge der beiden Großbauten Murkraftwerk und Speicherkanal neu gestaltet. Demnächst beginnen die Arbeiten für die Absenkung des Augartens zur Mur hin. Proteste der  Grünen sind programmiert.

Milliarden-Budget
 Ebenfalls im Herbst muss VP-Finanzstadtrat Günter Riegler das städtische Budget für 2019 auf Schiene  bringen - das umfasst ein Volumen von mehr als 1,1 Milliarden Euro. So gut wie keinen Spielraum gibt es bei den größten Budget-Brocken: Verwaltung (394 Millionen Euro), Personal (140 Millionen Euro), Pensionen der Stadtmitarbeiter (121 Millionen) und der Schuldentilgung - 110 Millionen waren es im Vorjahr, 164 Millionen  2016. 

1,156 Milliarden Euro betrug der Schuldenstand der Stadt im Vorjahr. Die Schulden werden allein schon wegen der enormen Zinslast (32,6 Millionen Euro 2017)  weiter ansteigen - wenn auch nicht mehr so rasant wir noch vor ein paar Jahren.

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