Sa, 22. September 2018

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01.09.2018 06:59

Soll Innsbruck bald 200.000 Einwohner haben?

Innsbrucks BM Georg Willi zäumt das Pferd von hinten auf, wenn er  ohne den genauen Bedarf zu kennen Tausende Wohnungen in der Stadt errichten  und dabei auch auf private Grundflächen zugreifen will, erklärte gestern Liste Fritz-Mandatar GR Tom Mayer.   Zuerst müsse geklärt werden,  wie schnell Innsbruck wachsen soll.

„Herr Bürgermeister, liebe Stadtregierung, machen sie ihre Hausaufgaben, dann könnt ihr euch der Unterstützung der Liste Fritz sicher sein“:   So leiten GR Tom Mayer und LA Markus Sint ihren Antwortbrief an Bürgermeister Georg Willi ein.

Was  ist mit Hausaufgaben gemeint? „Man muss zuerst wissen, wohin sich diese Stadt entwickeln soll.  Das ist der springende Punkt. Wenn man Innsbruck in Richtung moderater Zuzug, das sind 150.000 Hauptwohnsitze in den nächsten 10 bis 20 Jahren entwickeln will, dann werden andere Maßnahmen nötig sein als wenn massiver Zuzug gefördert werden soll mit 200.000 Hauptwohnsitzen: Das heißt Verdichtung auf Teufel komm’ raus.“

Zweiter Schritt: Eine umfassende Bedarfserhebung. „Die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung in Innsbruck  in den vergangenen 15 Jahren schaut weit weniger dynamisch aus als die Ausblicke, die die Stadtregierung gibt.

Laut Daten der Stadt Innsbruck hat die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz zwischen 2003 und 2017  um 18.471 Personen zugenommen. Das sind im Schnitt pro Jahr rund 1231 Personen und rund 530 Wohnungen, öffentlich und privat gebaute. Die 7000 bis 9000 zusätzlichen Wohnungen für die nächsten 10 Jahre - wie im Öroko-Entwurf festgeschrieben - lassen sich damit jedenfalls nicht begründen“, erklären GR Mayer und LA Sint.

Tatsächlich fußt der Entwurf des Öroko hauptsächlich auf der Bevölkerungsprognose der Statistik Austria vom  Oktober 2011. „Deine Wohnbaupolitik gründet sich also auf einem noch nicht genehmigten Raumordnungskonzept, welches einen massiven Wohnungsbau inklusive massiver Verdichtung  aufgrund einer alten, geschätzten Statistik  zum Inhalt hat“, schreiben die Mandatare in ihrem Brief an BM Georg Willi.

Sie bezweifeln auch, ob die Stadt überhaupt die finanziellen Mittel hat, eine so hohe Anzahl Wohnungen zu bauen, abgesehen von den Einschränkungen, die das für die hier lebende Bevölkerung bedeuten würde: Wohnbau sei ja nur ein Drittel, 70% der Investitionen sind  für Infrastruktur wie Kindergärten etc. nötig.

Fazit der Liste Fritz:   Zustimmung zu Willis Plan mit privaten  Vorbehaltsflächen werde es erst dann geben, „wenn alle Hausaufgaben gewissenhaft erfüllt wurden“.

 krone.at
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