Es war im Jänner 1998, als vier maskierte, bewaffnete Männer ein Karten-Casino in Graz überfielen und umgerechnet mehr als 30.000 Euro erbeuteten. Gefasst wurde vorerst nur einer der Räuber. Der 50-Jährige saß eine zehnjährige Haftstrafe ab, ehe er im Sommer 2009 seinen Kumpel verriet. Warum gerade jetzt? Weil der 50-Jährige zuvor einen anderen Mittäter und Freund nicht belasten wollte - und dieser hatte sich heuer wegen eines Krebsleidens umgebracht.
Der vierte Verdächtige (56), der untergetaucht war, sitzt jetzt ebenfalls. Er leugnet. Eine Mütze, die am Tatort gefunden wurde, weist aber seine DNA auf...
Zeugen: "So dick war der damals nicht"
"Ich bin unschuldig", beteuerte der Ex-Waffenhändler, ein 140-Kilo-Bröckerl (siehe Foto). Sein Gewicht stand im Mittelpunkt der Verhandlung. Keiner der damaligen Überfalls-Opfer konnte ihn nämlich eindeutig identifizieren. "So dick war der damalige Täter nicht", hieß es. Ist auch kein Wunder - soll er doch laut Polizei heute um etwa 50 Kilo schwerer sein.
Der Schöffensenat sah allerdings keinen Grund, den Angaben des Raub-Komplizen nicht zu glauben. Zumal auch das damalige Alibi des Beschuldigten (seine Ex-Frau hatte aus Angst gelogen) geplatzt war. Das nicht rechtskräftige Urteil: zehn Jahre Haft.
von Eva Molitschnig ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
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