Digitale Gemeinden

Jetzt wird sogar der Restmüll „smart“

Steiermark
05.07.2018 06:30

Mülltonne voll? Abfall nicht ordentlich getrennt? Gemeindestraße vereist? Straßenbeleuchtung unnötig? In Zukunft könnten Gemeinden solche Informationen digital sammeln, um den Service zu verbessern. Feldkirchen bei Graz und Riegersburg haben sich als erste „Smart Villages“ zur Verfügung gestellt. Der Testbetrieb läuft ab sofort.

Zum smarten (klugen) Telefon oder Kühlschrank kommt nun auch die smarte Gemeinde. Das Ziel: Bei Abfall-Entsorgung, Straßenbeleuchtung oder Winterdiensten Millionen zu sparen und etwas für die Umwelt zu tun.

Feldkirchen und Riegersburg als Testgemeinden
Energie Steiermark und Saubermacher möchten den Gemeinden den Sprung ins digitale Zeitalter schmackhaft machen. Als erste werden Riegersburg und Feldkirchen bei Graz - jeweils in kleinen Testgebieten - ein Jahr lang erproben, wie das neue Konzept „Smart Village“ funktioniert.

Dafür wurden im Riegersburger Ortskern 55 Haushalte mit etwa 200 Personen und mehrere Betriebe gewonnen. In Feldkirchen beteiligen sich Bewohner von 70 Einfamilienhäusern und 60 Wohnungen sowie zahlreiche Betriebe im Bereich Thalerhofstraße/Großbauerstraße. Bei all diesen - freiwilligen! - Teilnehmern werden die Mülltonnen mit Sensoren ausgestattet. Diese geben Alarm, sobald eine Tonne voll ist. Dann wird abtransportiert - nicht zu selten, nicht zu oft. Das spart Kosten.

Energie-Vorstand Christian Purrer, Feldkirchens Bürgermeister Erich Gosch, Riegersburg-Bürgermeister Manfred Reisenhofer, Saubermacher-Vorstände Ralf Mittermayr und Hans Roth (v. li.). (Bild: sepp pail)
Energie-Vorstand Christian Purrer, Feldkirchens Bürgermeister Erich Gosch, Riegersburg-Bürgermeister Manfred Reisenhofer, Saubermacher-Vorstände Ralf Mittermayr und Hans Roth (v. li.).

„Daheim App“ wertet Daten aus
Außerdem stellen Scanner am Müllwagen fest, wie viel falscher Abfall im Restmüll ist. Via „Daheim App“ - 1200 von 6600 Feldkirchnern nützen dieses „digitale Gemeindeblatt“ bereits - können Haushalte dann nachsehen, wie „brav“ sie getrennt haben. Sogar Belohnungen in Form geringerer Gebühren werden erwogen, so Saubermacher-Vorstandssprecher Ralf Mittermayr.

Dabei gehe es keinesfalls um Überwachung, beteuern die Beteiligten. Mit den Daten werde äußerst sorgfältig umgegangen. Vielmehr sei Bewusstseinsbildung das Ziel, wie der Feldkirchner Bürgermeister Erich Gosch erklärt: „Wir wollen den Bürgern mit diesem System mehr Eigenverantwortung geben.“

70 Prozent vom Restmüll sind Bioabfälle oder Wertstoffe
Sein Riegersburger Amtskollege Manfred Reisenhofer erklärt: „Jeder bekennt sich dazu, dass Müll getrennt wird. Aber seit 20 Jahren geht wenig weiter.“ Immer noch sind 70 Prozent des steirischen Restmülls Wertstoffe oder Bioabfälle, die eigentlich getrennt gehören, so die Rechnung. Wir könnten bei perfekter Mülltrennung zwölf Millionen Euro im Jahr sparen.

Weitere Funktionen des „Smart Village“: Sensoren, die bei leeren Straßen die Beleuchtung herunterdimmen, um Strom zu sparen. Sowie Sensoren, die die Asphalttemperaturen messen, um den Winterdiensten genaue Informationen über die Fahrbahnverhältnisse zu liefern.

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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