Sa, 15. Dezember 2018

Gastronom vor Gericht

13.06.2018 11:09

Ente überfahren: Unfall oder Tierquälerei?

War es ein Unfall oder doch brutale Tierquälerei? Trotz Warnrufen soll ein Porschefahrer (57) im Jänner in Innsbruck beim Zurücksetzen eine Wildente zu Tode gefahren haben. Doch der Mann will weder eine Ente gesehen, noch Warnungen gehört haben. Er dachte, der „dunkle Fleck“ auf der Straße sei ein Fahrradhelm.

„Ich bin ja kein Verrückter. Ich fahre doch nicht vor meiner eigenen Eingangstür absichtlich über eine Ente“, stellte der Gastronom gestern am Innsbrucker Landesgericht vor Richter Thomas Dampf unmissverständlich klar. Doch mehrere Schüler und eine Autofahrerin – unter anderem mit Lichtsignal und Hupe – sollen den Porschefahrer auf das Tier, das kurz zuvor gegen eine Straßenlaterne getaumelt war und in der Einfahrt zu Liegen kam, aufmerksam gemacht haben.

Fahrradhelm oder Pulli auf der Straße vermutet
„Tuats de Ente weg, sonst fahr i drüber“, soll der Angeklagte dem Burschen laut einer Zeugin erwidert haben. Das Problem: Sie hat es nicht selbst gehört und der junge Mann ist unauffindbar und kann daher nicht als Zeuge vor Gericht aussagen. „Ich höre schlecht“, rechtfertigte sich der Angeklagte. „Wenn der Unterricht nebenan beendet ist, ist immer viel los auf der Straße. So auch an jenem Abend. Ich sah nur einen dunklen Fleck und dachte, dies wäre ein Fahrradhelm oder vielleicht ein Pullover. Es war ja auch sehr dunkel und die Lichtverhältnisse schlecht.“

Die Todesursache soll nun erforscht werden
Die Zeugin will jedenfalls gesehen haben, wie das Federvieh vom linken Vorderreifen des Porsche mitgeschliffen wurde. „Überall war Blut, die Ente hat noch ein paar Mal gewatschelt und ist dann wohl qualvoll verendet“, beschrieb sie den schrecklichen Vorfall. Mit Fotos wollte der Porschefahrer Richter Dampf weismachen, dass einerseits die Zeugin zu weit weg stand, um alles genau gesehen zu haben, andererseits er die Ente gar nicht überfahren hat können. Nun soll ein veterinärmedizinisches Gutachten klären, wie das Tier tatsächlich verendete. Der Prozess wurde daher auf Anfang August vertagt.

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