Man muss kein Experte sein, um zu merken, dass da im System was nicht stimmen kann: Jener Steirer, der wie berichtet, auf einem rattenverseuchten Gehöft zwölf Schafe hat verenden lassen und gegen den Anzeige wegen Tierquälerei läuft, hat sich derweilen wieder neue Tiere zugelegt. Das macht viele schlicht sprachlos…
„Ja, es stimmt“, bestätigt die Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung unsere Anfrage. „Der betreffende Halter hat sich 17 Schafe, einen Widder und acht Lämmer zugelegt.“ Dafür dürfte er extra einen eigenen Bereich in einer anderen Gemeinde gepachtet haben, „auf dem ursprünglichen Grundstück hätte er so nicht die nötigen Genehmigungen bekommen“. Die immense Rattenplage dort ist nämlich bis jetzt, Monate später, noch immer nicht im Griff.
Keine Verurteilung, kein Tierhalteverbot
Mindestens zwölf Schafe, ein Schwein, ein Hahn sind im Jänner auf dem Gehöft verstorben, der Mann wurde wegen Tierquälerei angezeigt - und dennoch darf er die neuen Schafe legal halten. „Solange er nicht wegen Tierquälerei verurteilt worden ist, kann man auch kein Tierhalteverbot aussprechen“, so die BH. Und die Anzeige ist erst im Laufen. Die Behörde versichert aber, dass engmaschig kontrolliert werde.
Besonders irritierend für Anrainer: In einem Container im Bereich des Gehöfts wurden Knochen von toten Tieren gefunden. Welche das sind, woher die kommen - bislang unklar.
Da ist gröber was in Schieflage bei der Gesetzgebung. Da lässt einer Tiere verrecken, die überlebenden müssen aufgepäppelt, medizinisch versorgt und kostenpflichtig untergebracht werden - und der Verursacher schafft sich derweilen seelenruhig weitere Lebewesen an, nutzt die offensichtlichen Schwachstellen im Gesetz aus. Fassungslosigkeit
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