So, 21. Oktober 2018

Tiroler Bilanz

05.06.2018 09:12

Gewalttäter und die Beziehungen zu ihren Opfern

Vom brutalen Schläger-Angriff über die Sex-Attacke bis hin zum Mord: die Liste der in Tirol begangenen Gewalttaten ist lang! Die Aufklärungsquote lag in diesem Kriminalfeld im Vorjahr bei fast 90 Prozent. In den meisten Fällen kannten sich Täter und Opfer nicht, zwei von zehn Taten spielten sich in Familien ab. Teils kann die Täterfrage aber nicht so rasch geklärt werden - so wie etwa im Mordfall Fritzens...

Mitte Mai 2016 gab es von Elmar Rösch, damals 75 Jahre alt, das letzte Lebenszeichen. Zwei Monate später meldete ihn ein Bekannter als vermisst. Am 27. April wurde die Leiche des Innsbruckers in einem Plastiksack verscharrt am Innufer in Fritzens entdeckt.

Wer hinter der kaltblütigen Ermordung des Mannes steckt, ist nach wie vor unklar. „Es sind zwar ein paar Hinweise eingegangen, eine heiße Spur gibt es aber weiterhin nicht“, schilderte am Montag Chefermittler Walter Pupp im „Krone“-Gespräch.

Möglicherweise steht die Bluttat in Zusammenhang mit Röschs krimineller Karriere - der gebürtige Wörgler soll ja in den 1980ern und 90ern eine Größe in der Tiroler Verbrecherszene gewesen sein. Ein Ermittlungsansatz, der vielleicht doch noch zum Mörder führt?

Manchmal geht es schneller...
In anderen Fällen konnte in der Täterfrage wiederum rascher für Klarheit gesorgt werden. Etwa beim tödlichen Eifersuchtsdrama im März in Kirchberg, bei dem ein 51-Jähriger den Liebhaber (63) seiner Ehefrau mit einem Hammer und einem Messer regelrecht hingerichtet und sich dann selbst vor den Zug geworfen hatte.

Meistens kennen sich Täter und Opfer nicht
In Tirol gab es im Vorjahr alles in allem 3624 Gewalttaten - neben Morde sind da auch etwa Körperverletzungen und Sexualdelikte mit eingerechnet. 87,6 Prozent der Fälle konnten von der Polizei geklärt werden.

Und wie sieht es nun mit der Täter-Opfer-Beziehung aus? Laut Kriminalstatistik vom Jahr 2017 kannten sich in 40 Prozent der Fälle Gewalttäter und Opfer nicht. Weiters gab es bei drei von zehn Übergriffen zumindest ein Bekanntschaftsverhältnis (etwa Freundschaft, Nachbarschaft, Arbeit, etc.).

Die Bilanz zeigt aber auch, dass es innerhalb von Familien recht oft zu teils brutalen Gewaltexzessen kommt. Ein Fünftel (21%) der Taten spielte sich im familiären Umfeld ab - der Großteil davon (15%) im gemeinsamen Haushalt.

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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