Mo, 25. Juni 2018

Sprachdefizite

17.04.2018 06:30

Deutschklassen in Graz dringend gesucht

Der Bund will, dass es ab Herbst separate Deutschklassen für Schüler mit Sprachdefiziten gibt. Graz hat dadurch enormen Platzbedarf in Volksschulen und Neuen Mittelschulen - bis zu 48 (!) zusätzliche Klassenräume sind nötig. Der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache beträgt in Graz 52,4 Prozent.

Der Grazer VP-Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner freut sich über die Einrichtung von eigenen Deutschförderklassen und -kursen. Die seien ganz klar zum Vorteil der Kinder und Jugendlichen.

Der Haken: Der Raumbedarf durch separate Deutschklassen wird enorm sein. Je nachdem, welche Vorgaben der Bund schlussendlich machen wird, braucht es zwischen 30 und 48 zusätzlichen Klassen.

Die Grazer wissen, dass die Pflichtschulen zum Teil aus allen Nähten platzen. Die Stadt investiert zwar enorm: Ins Schulausbaupaket I flossen bzw. fließen 61 Millionen Euro. Das Ausbaupaket II über 75 Millionen Euro ist auf den Weg gebracht. Dennoch ist der Platz begrenzt. Hohensinner: „Wir denken an die Nutzung von Sonderunterrichtsräumen, Gruppenräumen, Räumen für die Ganztagsschule. Aber wir werden noch mit dem Bund Gespräche führen müssen, was den Raumbedarf angeht.“

52,4 Prozent haben fremde Muttersprache

Mehr als die Hälfte der Grazer Volksschulkinder, nämlich 52,4 Prozent, haben eine andere Muttersprache als Deutsch (ein Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2016/17).

Das heißt freilich noch nicht automatisch, dass diese Kinder künftig separate Deutschklassen besuchen werden müssen. Es gibt Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache, die gut Deutsch sprechen, schreiben und lesen - und Kinder mit deutscher Muttersprache, die massive Probleme haben.

Anteil in Graz-Umgebung bei 15,9 Prozent

In Graz-Umgebung beträgt der Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache in den Volksschulen 15,9 Prozent (plus 0,2 Prozent).

Gerald Richter
Gerald Richter

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