"Krone": Herr Stradner, Brauchtum, Trachten, Volkskultur: Passt das ins 21. Jahrhundert?
Friedrich Stradner: Sie passen besser als noch vor wenigen Jahrzehnten. Die Globalisierung bindet uns an unsere Heimat. Auch junge Menschen wollen ihre Wurzeln wiederentdecken bzw. behalten.
"Krone": Trachtenverbände sind also nicht verstaubt?
Stradner: Ganz im Gegenteil, das sind lebendige Organisationen. Sie wurden erneuert, legten das verstaubte Image ab und verzeichnen stetig Zuwächse. Österreichweit sind rund 13.000 Jugendliche dabei. Darauf sind wir sehr stolz.
"Krone": Welche Rolle spielt Brauchtum in Ihrem Leben?
Stradner: Bereits mein Vater war Vereinsobmann, ich bin von Kindheit an hineingewachsen. In den 1960er Jahren entsprachen Lederhose und Trachtenanzug jedoch nicht dem Zeitgeist. Ich trug sie trotzdem, wurde belächelt. Das war nicht einfach.
"Krone": Gegenwärtig wird Tracht ja wieder mehr getragen
Stradner: In der Steiermark gibt es mehr als 200 verschiedene Trachten. Viele werden selbst entworfen und geschneidert. Das schafft eine tiefe Beziehung.
"Krone": Was bedeutet für Sie eigentlich Heimat?
Stradner: Wenn man seine Heimat verlassen muss, ist man traurig. Ich war beruflich lange in Südamerika und Afrika. Mir war immer klar, dass ich nach Leoben zurückkehre.
"Krone": Wird es auch noch in 50 Jahren Trachten geben?
Stradner: Sie haben die vergangenen, schwierigen 100 Jahre überlebt und werden auch die nächsten 50 Jahre bestehen.
Daten und Fakten
von Jakob Traby, "Steirerkrone"









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