Di, 17. Juli 2018

DJ-Paar aus Graz

01.04.2018 07:00

Der Mr., seine Mrs. und ihre Liebe zu Platten

Musik ist ihr Lebensinhalt. Das Grazer DJ-Paar Mama Feelgood und Mr. Farmer hat über Jahrzehnte vielleicht eine der größten, bestimmt aber eine der ausgesuchtesten Plattensammlungen in der Murmetropole zusammengetragen. Wir durften sie zu Hause besuchen und mit ihnen über ihre Leidenschaft sprechen.

Hip Hop, Jazz, Folk, Rock ‘n‘ Roll, steht auf den Schachteln im Regal, auch Motown, der Name eines Plattenlabels. Mama Feelgood und Mr. Farmer haben in ihrer Wohnung einen „Record Room“, ein eigenes Zimmer für ihre Platten. Wie viele es sind, wissen sie nicht genau. „Bestimmt mehr als 10.000“, sagt sie, „manche haben wir doppelt und dreifach“. „Zu viele, um sie zu zählen“, sagt er.

Seiner besseren Hälfte, Elli Andersen, in Graz besser bekannt unter ihrem DJ-Namen Mama Feelgood, wurde die Leidenschaft für Schallplatten quasi in die Wiege gelegt. „Meine Mama hat beim Melodie gearbeitet, einem Plattengeschäft beim Jakominiplatz“, erzählt sie, „ich bin also mit Platten aufgewachsen“. Als Teenager habe sie dann so richtig mit dem Sammeln begonnen.

Mr. Farmer, der Colin im Vornamen heißt, eigentlich aus Wales kommt, der Liebe zu Frau Feelgood wegen nach Graz gezogen ist und bei einer Firma, die mit Platten handelt, arbeitet, war noch früher dran. Seine erste Platte habe er gekauft, als er sieben oder acht Jahre alt war. „Wondering Star von Lee Marvin“, erinnert er sich noch genau daran, „ich habe sie überall hin mitgenommen.“ Bis zu dem Tag, als sie neben ihm auf dem Sofa lag und seine Schwester sich draufsetzte - und sie zerbrach.

„Wir gehen fast jede Woche auf den Flohmarkt“, antwortet Andersen auf die Frage, wo sie ihre Platten her haben. Und auch im Urlaub dreht sich bei den beiden alles um Platten: „Einmal im Jahr gibt es auf der Theresienwiese in München einen großen Flohmarkt - da sind wir extra hingefahren“, sagt sie. „In Frankreich, Belgien, Spanien und Amerika war ich auch schon“, zählt er auf.

Andersens Lieblingsplatte ist „Wie a Glock’n“ von Marianne Mendt. „Die habe ich um nur einen Euro erstanden“, sagt sie. Seine Lieblingsplatte ist die erste Single von „King Kurt“, einer Psychobilly-Rock-Band, mit der er als Jugendlicher auf Tour war. „Das Cover ist handgemalt“, sagt er, als er sie stolz herzeigt.

Auf einem Konzert der Band hat sich das Paar, das letztes Jahr geheiratet hat, kennengelernt. Zur Hochzeit hat sie ihm - wie könnte es anders sein - eine Platte geschenkt, „als Morgengabe“, lacht sie: „Der Hund von Baskerville von Cindy und Bert, eine Coverversion des Songs Paranoid von Black Sabbath.“ Und fügt hinzu: „Das ist eine B-Seite“ - also eine echte Rarität. Die war nicht so ein Schnäppchen, auf Ebay wird sie um 400 Euro gehandelt. „Als er sie bekommen hat, war er ganz aus dem Häuschen.“ Das muss Liebe sein…

Ernst Grabenwarter
Ernst Grabenwarter

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