Mo, 10. Dezember 2018

Nestelbach im Ilztal

30.03.2018 17:30

Bank-Filialleiter setzte Räuber schachmatt

Keine Spur gibt es von jenem maskierten Täter, der die Raiba-Filiale Nestelbach im Ilztal überfiel. Erst fesselte er die Putzfrau, danach den Filialleiter. Der 54-Jährige bewahrte eiserne Nerven und überzeugte den Räuber, der sich 30 Minuten in der Bank aufhielt, dass nach Dienstschluss kein Geld zu holen sei.

Als Donnerstag um 18.50 Uhr die Putzfrau den Müll ins Freie trug, wurde sie vom Maskierten überfallen und mit einem Küchenmesser bedroht. Danach drängte der Unbekannte die 46-Jährige zurück ins Geldinstitut. „Er hat der Frau mit einem durchsichtigen Klebeband die Hände am Rücken gefesselt, ihr eine Wollhaube über den Kopf gestülpt und sie in die Toilette gedrängt“, berichtet ein erhebender Beamter. Er hielt der Frau ihr Handy ans rechte Ohr und zwang sie, den Filialleiter anzurufen, um ihn mit dem Vorwand, dass die Eingangstür klemmen würde, in die Bank zu locken.

Als der Chef - er ist in der Nähe zuhause - zum Geldinstitut kam, wunderte er sich, dass die Eingangstür angelehnt war. Sekunden später befand auch er sich in der Gewalt des Bankräubers. Der Täter umklammerte ihn von hinten, hielt ihm das Messer an den Hals. Der 54-Jährige musste sich auf den Boden legen, der etwa 1,80 Meter große, 25 Jahre alte Unbekannte kniete auf ihm und fesselte auch ihm die Hände hinter dem Rücken.

Der Maskierte, der plötzlich einen ausländischen Dialekt vortäuschte, forderte Bargeld. Die in einer offenen Lade deponierten Münzen interessierten ihn nicht. Doch sein Opfer bewahrte eiserne Nerven und bewies mentale Stärke: „Es gibt nachts für niemanden eine Möglichkeit, zu Geld zu kommen.“ Daraufhin dachte der Täter laut darüber nach, einen Komplizen zu holen und den Tresor zu knacken. „Wie gesagt, Sie haben keine Chance.“

Der Maskierte setzte den Oststeirer auf einen Rollsessel und schob ihn in die Toilette, wo sich auch die Putzfrau befand. Dann flüchtete er, nachdem er aus dem Auto des 54-Jährigen die Geldtasche gestohlen hatte. Der Filialleiter konnte sich mit einem Brieföffner befreien und holte die Polizei. Um Hinweise wird ersucht. Telefon: 059 133 60 3333.

Manfred Niederl
Manfred Niederl

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