Sozial-Landesrat Gerhard Reheis (SP) legte am Freitag den Sozial- und Jugendwohlfahrtsbericht für die Jahre 2007/08 vor. Darin wird auch ein Fünf-Jahres-Vergleich angestellt. Beispiel Sozialhilfe: 2004 gab das Land dafür 20 Millionen aus, 2008 waren es bereits mehr als 26 Millionen. 9.606 Personen erhielten 2004 Sozialhilfe, 2008 waren es mehr als 10.200. Beispiel Reha für Behinderte: 76 Millionen im Jahr 2004, 102 Millionen im Vorjahr. Beispiel Mobile Pflege: 2004 wurden dafür 6,5 Millionen Euro ausgegeben, 2008 mehr als 9,1 Millionen Euro.
"Die Tiroler werden immer älter, das ist eine enorme Herausforderung für unser System", nennt der Landesrat einen der Gründe für die stark steigenden Ausgaben. Bis 2031 wird die Zahl der Tiroler, die 75 und älter sind, um 72 Prozent zunehmen. Reheis: "Das bedeutet mehr Bedarf an Pflegeplätzen in Heimen und an mobilen Diensten."
Mehrkosten nicht nur durch Überalterung
Zudem trägt die Krise dazu bei, dass die Sozialausgaben weiter steigen werden. Doch Johann Wiedemair, Vorstand der Abteilung Soziales, nennt noch einen weiteren Grund: "Die Vereinsamung der Menschen ist spürbar. Immer mehr Tiroler leben alleine und haben im Bedarfsfall keine Familie, die ihnen unter die Arme greift."
Auch die Jugendwohlfahrt muss, ebenso wie die Sozialabteilung, mit stark steigenden Fallzahlen zurechtkommen. Die Daten im Sozial- und Jugendwohlfahrtsbericht geben Landesrat Gerhard Reheis aber viel Argumentationshilfe für die laufenden Budgetverhandlungen. Ob sein Ressort in Zeiten wachsender Schulden mit den notwendigen Mitteln ausgestattet wird, bleibt abzuwarten. Reheis verspricht aber, dass in Tirol das soziale Netz auch in Zukunft halten wird.
von Claudia Thurner (Tiroler Krone) und krone.at









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