Baumeister ermordet

Mordfall in Aigen: US-Patente als mögliches Motiv

Salzburg
14.10.2009 11:08
Die Schlinge um den Mörder des Baumeisters Gert B. in Salzburg zieht sich zu. Die Ermittler haben zahlreiche Spuren gesichert. Vor allem die verschwundene Dokumentenmappe dürfte für B. einen hohen persönlichen Wert gehabt haben. Der Ingenieur meldete im Lauf seiner Karriere sogar in den USA Patente an. Die Befragungen sämtlicher Bekannter sowie der Ärzte Gert B.'s sind mittlerweile abgeschlossen. Auch die Spurensicherung ist beendet. Nun geht es darum, das Puzzle zusammenzusetzen und den Täter rasch ausfindig zu machen.

Rätsel gibt dabei die verschwundene Ledermappe des Mordopfers auf. B. trug sie fast ständig bei sich. Er dürfte darin für ihn persönlich bedeutende Unterlagen aufbewahrt haben. So etwa ein Patent aus dem Jahr 1987. Damals meldete der Ingenieur gemeinsam mit Kollegen beim US-Patentamt eine bahnbrechende Erfindung im Bereich Eisenbahnschienen an. Durch einen schalldämpfenden Unterbau konnte man den Zugslärm enorm verringern. Ein Vorarlberger Chemiekonzern wendete das Verfahren auch gleich an.

In B.'s Wohnung wurden keine Kampfspuren entdeckt. Die Nachbarn haben auch nichts von einem Streit gehört. Eine Theorie der Ermittler ist daher, dass ein Bekannter bereits mit der Mordabsicht bei B. erschien. Dieser ließ ihn nichtsahnend ein. Der Täter könnte dann sofort über sein Opfer hergefallen sein. B. wurde komplett überrascht und hatte keine Chance. Ob die verschwundenen Unterlagen für den Unbekannten so wichtig waren, dass er dafür zum Mörder wurde?

Nachbarn leben derzeit in Angst
Der Täter nahm auch seinen Hausschlüssel mit. Trotzdem dürfte er nach der Tat nicht mehr zum Haus in der Ernst-Grein-Straße zurückgekommen sein. „Außer den Polizisten haben wir nie jemanden gesehen“, erzählt Nachbarin Ernestine R. Sie hat ein mulmiges Gefühl. „So lange dieser Unbekannte nicht gefunden ist, habe ich Angst.“

Der genaue Tatzeitpunkt ist unklar. B. wurde zuletzt am 16. September gesehen, als er mit seinem türkisfarbenen BMW X5 über die Staatsbrücke fuhr. In seinen Stammlokalen, im Bazar und im „Il Barone“ in der Gstättengasse vermisste man ihn seither ebenso.

Die Gerichtsmedizinerin Dr. Tutsch-Bauer stellte fest, dass das Opfer seit mindestens drei Wochen tot war. Bei solchen Fällen könnte künftig ein Forschungsprojekt der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg weiterhelfen. Die Biologin Dr. Alexandra Sänger und ihr Team wollen anhand veränderter Muskelzellen nach dem Tod den genauen Unglückszeitpunkt berechnen.

von Manuela Kappes, "Salzburger Krone"

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