Dietmar H., der 47-jährige Innsbrucker, der am Landesgericht vor Richter Peter Friedrich stand, ist berufsmäßiger Glücksspieler. Dass man schnell total pleite ist, wenn man nur die Casino-Gewinne als Einkommen hat, will er nicht wahrhaben. "Ich konnte doch darauf bauen, dass wieder einmal eine Glückssträhne kommt", sagte er noch bei seinem Prozess. Und daher könne der Staatsanwalt doch nicht behaupten, er habe die vielen Autohändler, die schon jahrelang darauf warten, dass er die Boliden, die er bei ihnen "gekauft" hat, auch bezahlt, vorsätzlich betrogen habe.
"G'schichtln" statt Geständnis
"Sehen Sie, das ist das Tragische bei Ihnen", sagte der Richter. "Dass Sie nämlich bei allen Ihren Geschäften, die Sie ohne finanziellen Hintergrund abschlossen, irgendein G’schichtl daherbringen. Dass Sie nach dem nächsten Casino-Gewinn Ihre Gläubiger befriedigen könnten. Und damit berauben Sie sich Ihres einzigen Milderungsgrundes: Dem Geständnis!"
Bis zu 15 Jahre Haft drohen dem Mann. Da endlich räumte der Angeklagte, dem laut Anklageschrift zwei schwere Betrugsdelikte zur Last gelegt werden, ein: "Ich fand mich zumindest damit ab, dass sie ihr Geld nicht zurück bekommen werden."
In zahllosen Geschäften trickste er Autoverkäufer aus. Mimte den Zahlungskräftigen, obwohl ein Exekutionsverfahren das andere jagte. Irgendwie gelang es ihm immer, Typenscheine zu ergaunern und sie zu verpfänden. Am 22. Mai riss er Mitarbeitern eines renommierten Autohauses einen Alfa Romeo Spider im Wert von 33.000 € heraus. Indem er einen gefälschten Zahlschein vorlegte. Vertagt.
von Hans Licha
Symbolbild









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