Fr, 19. Oktober 2018

Koch angeklagt

01.03.2018 12:14

Brandstiftung aus Frust über „Fristlose“?

Fast vier Jahre liegt der Vorfall zurück, damals werkte der angeklagte Ungar (33) als Koch in einem Sportschulheim in Pongauer Wintersportort Zauchensee. Doch sein Chef war offensichtlich nicht zufrieden, warf ihn fristlos raus. Das hat er „nicht gut verkraftet“, so Staatsanwalt Filip Grubelnik. Im Kellerraum soll er aus Ärger darüber Plastiknetze angezündet haben. „Ich wollte kein Feuer machen“, meinte er aber zum Richter…

Wäre der Brand nicht so rasch entdeckt worden, hätte es schlimmer ausgehen können, betonte der Ankläger beim Prozess im Landesgericht Salzburg. „Laut Gutachten wäre es sonst zu einer Feuerbrunst gekommen.“ Der Verfahrenshelfer Anwalt Kurt Kozak sieht es etwas anders: „Ein überraschendes Detail ist, dass der Angeklagte mit dem Hausmeister als einer der Ersten versuchte, zu löschen.“ Fahrlässig, aber nicht vorsätzlich, soll der Ungar gehandelt haben. Personal bzw. Gäste sind damals nicht verletzt worden, der Sachschaden hielt sich auch in Grenzen.

Verlorene Zigarette als Brandauslöser?

Doch dessen Version klingt wenig lebensnah: „Ich war im Keller und habe dort meine Messer gesucht. Ich hatte auch eine Zigarette und habe die verloren.“ Unabsichtlich soll so der Brand entstanden sein. Richter Günther Nocker zweifelte: „Haben sie es nicht vielmehr absichtlich gemacht. Aus Ärger wegen der Kündigung?“ Der Ungar schüttelte seinen Kopf: „Ich wollte kein Feuer machen.“ Nocker will nun weitere Zeugen und einen Sachverständigen hören – daher: vertagt!

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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