"Krone"-Interview

“Im Fleisch ist keine Gentechnik drin!”

Steiermark
09.09.2009 18:18
Zu einem Aufschrei ist es nach einem Bericht der "Steirerkrone" gekommen, wonach Tiere in der Steiermark durchaus mit gentechnisch veränderten Futtermitteln versorgt werden. "Wie kann das in der gentechnikfreien Steiermark der Fall sein?", so der entsetzte Tenor. Das wollte "Krone"-Redakteurin Christa Blümel genau wissen - und hat den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Gerhard Wlodkowski (Bild), dazu ins "Kreuzverhör" genommen.

Ist das tatsächlich so mit den Futtermitteln - und in welchem Ausmaß?
"Kurzgefasst: Wenn nicht definitiv 'gentechnikfrei' auf dem Produkt draufsteht, kann eine Kontamination nicht ausgeschlossen werden. Ausnahme: Bei der Milch verlangen unsere Molkereien, dass gentechnikfrei gefüttert wurde."

Wie passt das in die gentechnikfreie Steiermark?
"Schauen Sie, das ist eine Entwicklung. Das Futter für Schweine etwa besteht zu 70 Prozent aus Mais-, zu 30 Prozent aus Eiweißanteil. Diese Menge zu erzeugen war in den letzten Jahrzehnten nicht möglich. Außerdem gibt es ein Abkommen, wonach sich Europa verpflichtet, keine eigene Eiweißerzeugung aufzubauen. Daher kommt das aus Amerika oder Argentinien."

Und dort hat sich das Produkt verändert..?
"Genau. Importiert wird ja seit Jahrzehnten. Nur: Vor 20, 30 Jahren war Gentechnik dort auch kein Thema, mittlerweile schon.“

Sie sehen das gelassen?
"Ja, natürlich! Weil es für den Konsumenten keine Gefahr gibt. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass es keinen Nachweis von Gentechnik im Fleisch gibt. Man kann es völlig unbedenklich essen."

Für jede Studie, die etwas behauptet, gibt es ja 17 andere, die das Gegenteil sagen.
"Nicht in diesem Fall. Es ist zu 100 Prozent so, dass in Schwein oder Geflügel etc. keine Gentechnik drin ist. Das wird alles schon vorher abgebaut. Punktum."

Was kann der Konsument tun, damit er sicher Fleisch bekommt, das nichts mit Gentechnik zu tun hatte?
"Gar nichts. Außer bei diversen Bioschweinen. Ich muss Ihnen jetzt aber nicht nochmal die ganze Geschichte von der Unbedenklichkeit erklären, oder?"

Sie werden da ja fast ein bissl grantig beim Thema.
"Ich will einfach nicht, dass der Konsument verunsichert wird."

Gibt's eine 'Gegenbewegung' bei uns?
"Absolut, wir sind da auf dem richtigen Weg. Die Bioethanolanlage in Niederösterreich kann schon 150.000 Tonnen Eiweißfutter ersetzen; 540.000 brauchen wir."

Haben Sie ein Problem mit der ganzen Causa?
"Natürlich nicht, warum, hab ich jetzt wohl deutlich genug erklärt. Außerdem: In diverser Schoko, vielen Tabletten ist Gentechnik drin - da sagt kein Mensch was."

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