Mi, 16. Jänner 2019

40.000 im Stadion

06.08.2009 18:06

Zeugen Jehovas feiern internationalen Kongress

Mehr als 40.000 Zeugen Jehovas werden von Donnestag bis Sonntag bei einem internationalen Kongress in Wien erwartet. Neben den über 21.000 Mitgliedern in Österreich sollen auch rund 20.000 Gäste aus aller Welt die Veranstaltung im Ernst-Happel-Stadion besuchen. Etwa 100 Gläubige werden die Gelegenheit auch nutzen, um sich öffentlich taufen zu lassen - dafür wurden im Stadion extra zwei Swimmingpools aufgebaut, erklärte Bernd Gsell, Sprecher der Religionsgemeinschaft.

Dazu sollen Schlüsseltexte der Bibel zum "Ende der Welt" untersucht werden, heißt es im Kongressprogramm. Das Thema soll dabei "nicht blindgläubig oder fanatisch, sondern vielmehr analytisch und realistisch" angegangen werden, die Prämisse laute "christliche Endzeiterwartung statt Weltuntergangsstimmung". Weltuntergang stehe zwar keiner bevor, die Wirtschaftskrisen oder Pandemien unserer Zeit würden aber durchaus "apokalyptische" Elemente beinhalten. Passend dazu gibt es am Sonntag einen Vortrag zum Thema "Wie kann man das Ende der Welt überleben?". Neben Vorträgen werden aber auch Interviews, etwa mit Missionaren, szenische Darstellungen und ein Bühnenstück geboten, so Gsell.

Höhepunkt des Kongresses ist die Wassertaufe
"Wir erwarten zwischen 100 und 110 Gläubige, die sich taufen lassen." Für die Massentaufe am Samstag wurden laut Gsell extra zwei Swimmingpools in der Größe von Gartenpools aufgestellt. Ein spontanes Bad wird allerdings nicht gerne gesehen: "Die Vorbereitungen auf die Taufe dauern einige Monate und wir legen Wert darauf, dass jeder weiß, worauf er sich einlässt, zum Beispiel eine sehr konservative christliche Lebensweise."

Generell sie die Veranstaltung vor allem dazu da, den Glauben zu vertiefen und internationale Kontakte zu knüpfen. Die Anerkennung der Zeugen Jehovas in Österreich heuer im Mai sei innerhalb der Gemeinschaft gut aufgenommen worden und machte sie zur fünftgrößten Kirche Österreichs. "Das war längst überfällig. Wir wurden lange Zeit wie eine Sekte behandelt, aber das ist Unsinn. Das so genannte Staatssiegel nimmt jetzt wahrscheinlich vielen die Angst." Für diesen Status, der einige rechtliche Vorteile bring, kämpften sie seit 1978.

Gäste aus 18 verschiedenen Ländern
Neben österreichischen Zeugen Jehovas werden auch internationale Gäste aus 18 Ländern, etwa den USA, Japan, Finnland, Schweden und verschiedenen Staaten Osteuropas erwartet. Das Programm wird deshalb nicht nur auf Deutsch, sondern in acht weiteren Sprachen, auch der Gebärdensprache, geboten. Willkommen sind Gsell zufolge aber nicht nur Mitglieder der Religionsgemeinschaft, sondern alle Interessierten. Das Programm hat am Donnerstag bei freiem Eintritt um 13.20 Uhr begonnen. Wie man betont, werden auch keine Sammlungen stattfinden.

Bild von den Zeugen Jehovas weiter diffus
Die Anrainer rund um das Happel-Stadion sind offenbar über die Religionsgruppe noch immer geteilter Meinung: "Es ist alles so wie immer, ganz normale Leute", meinte etwa ein Würstelstand-Besitzer vor dem Stadion. "Dazu will ich mich nicht äußern", erklärte hingegen eine U-Bahn-Bedienstete: "Viele Leute sind da, aber eigentlich interessiert es mich nicht."

Ein anderer Passant fällte auf die Frage, ob er denn wisse, was derzeit im Stadion passiere, ein knappes Urteil: "Jaja, die Wahnsinnigen sind da." Dass es trotz der offiziellen Anerkennung als Kirche noch immer Menschen gibt, die die Zeugen Jehovas als Sekte sehen, ist für Gsell eine Diskriminierung. "Wir laden alle ein, sich ein Bild zu machen, Zeugen Jehovas kennenzulernen und Ängste abzubauen." Dafür sei der Kongress eine gute Möglichkeit, so Gsell.

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