'Schatz' in der Tiefe

Toplitzsee nach “grünem Gold” durchforstet

Steiermark
28.07.2009 18:49
Zwei Mitglieder einer fünfköpfigen Wissenschaftertruppe aus Bremen sind kürzlich im geheimnisumwitterten Toplitzsee in die Tiefe gegangen, um nach "grünem Gold" zu suchen. Dabei handelt es sich um ganz spezielle Fadenbakterien, die im Halbdunkel der Seetiefe grüne Matten auf Blätterschichten bilden. Die Wissenschafter (Bild) bezeichnen sie als "lebende Fossilien".

Eigentlich sollte der See um diese Zeit von einer internationalen Reporterschar bevölkert sein, die gespannt auf die Ergebnisse der lange und groß angekündigten Bergeaktion des US-Schatzsuchers Norman Scott und seiner Expertencrew wartet. Die Wirtschaftskrise und Geldnöte der Scott-Sponsoren haben das allerdings verhindert.

Nächster Ami-Anlauf 2010
Der knorrige Ami will aber nicht aufgeben und im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen. Vorausgesetzt der See-Eigentümer, die Österreichischen Bundesforste, spielt mit.

Seltene Bakterien
Statt Schatzsuche gab es nun Bakterien-Jagd. Ein hochkarätiges fünfköpfiges Team des Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie reiste aus Bremen an und lagerte zehn Tage lang am See. Das wichtigste Instrument der Forscher waren Mikrosensoren, die dünner als feinste Nadelspitzen sind und Sauerstoff oder Schwefelwasserstoff in einer Auflösung bis zu einem Tausendstel Millimeter bestimmen können. Damit wurden jene Bakterienmatten gemessen, die den Toplitzsee für Biologen so spannend machen. Denn nirgendwo auf der Welt gibt es dergleichen. Die Proben wurden mitgenommen und werden nun im Labor analysiert.

Permanente Station geplant
"Der Toplitzsee ist deshalb so interessant, weil nur hier noch ähnliche Bakterien leben, wie jene, die vor Milliarden Jahren die Weltmeere bevölkert haben", sagen die Wissenschafter. Dabei handelt es sich um etwas, das für sie viel kostbarer ist, als alle Schatzkisten, die vielleicht in der Tiefe liegen. Und auch Albrecht Syen, den Toplitzsee-Wirt, freut's: "Die Forscher planen sogar, am See-Ufer eine permanente Station einzurichten!"

von Werner Kopacka, "Steirerkrone"

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