"Blitz von Leoben"

25 Menschen entkamen dem Tod um Haaresbreite

Steiermark
15.07.2009 16:18
Jene drei Laufsportlerinnen und 22 Fußballspieler, die am Dienstagabend in Leoben-Lerchenfeld Opfer eines Blitzschlages wurden, befinden sich am Weg der Besserung. Viele von ihnen gaben am Tag danach gegenüber der "Steirerkrone" an, seit ihrer Erfahrung mit der Naturgewalt "intensiv nachgedacht" zu haben. Es sei wohl so eine Art Bestimmung gewesen, dass sie alle noch am Leben sind. "Es ist alles gut ausgegangen", freut sich Polizeisportler Max Erker. "Die Leute sind wieder daheim."

Gegen 19 Uhr war es passiert (siehe Story in der Infobox), während eines Fußballspiels auf dem Platz des Polizeisportvereins. "Es hat gekracht, dann sind mein Sohn Robert und ich wie verdattert auf dem Boden gesessen", schildert Pensionist Gustav B. (links im Bild) die dramatischen Sekunden.

"Meine Frau hat mich angeschaut und geweint"
"Erst Stunden danach ist mir bewusst geworden, wie knapp alles war, dass wir alle hätten tot sein können. Das ist wohl auch meiner Frau bewusst. Beim Frühstück hat sie nichts gesagt, mich nur angeschaut und geweint", so der 60-jährige Gustav B. weiter.

"Bitterer Geschmack im Mund"
"Es war, als ob mir jemand auf den Kopf haut", erzählt der 26-jährige Jusstudent Daniel G. (rechts im Bild), der beim Match im Tor stand. "In meinem Kopf hat's gedröhnt, und ich hab so einen bitteren Geschmack im Mund gehabt." Die Angestellte Susanne Z. - sie absolvierte gerade ihr Lauftraining, als 150 Meter weiter der Blitz einschlug - kann das nur bestätigten: "Ich hab geglaubt, ich hätt eine Watsch'n bekommen. Einer Freundin hat's in der Schulter wehgetan."

"Wir waren bewusstlos"
Wie knapp die Opfer dem Tod entkamen, schildert ein 35-Jähriger: "Durch die Druckwelle hat's 15 Spieler umgehaut. Jedem, auch mir, ist schwarz vor Augen geworden. Wir waren bewusstlos, vielleicht zwei Sekunden lang. Ich bin in Seitenlage zur mir gekommen, mit Blick auf den Rasen." Seinen Schock beruhigte der Steirer dann mit einem Bier: "Dann hab ich über Leben und Tod nachgedacht, wie schnell einem etwas ganz, ganz Schlimmes passieren kann. Meine Tochter ist gerade einmal acht Jahre alt..."

von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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