"Unter Strom"

15.000-Volt-Leitung mit Lkw-Kran gekappt

Steiermark
14.07.2009 11:17
Weil ein Lastwagenfahrer den Kranaufbau auf seinem Fahrzeug nicht ganz eingefahren hatte, ist es am Montag in der Obersteiermark zu einem gefährlichen Zwischenfall auf einem Bahnübergang gekommen. Als der 43-jährige Lenker mit dem Schwerfahrzeug die Gleise überquerte, kappte er die Bahnoberleitung. Die Kabel fielen auf die Schienen und setzten den gesamten Unfallbereich unter Strom.

Gegen 15.15 Uhr wollte der Lasterfahrer in Stein an der Enns im Bezirk Liezen die Gleise der Ennstal-Bahnstrecke überqueren. Der zur Hälfte ausgefahrene Kranarm blieb an der 15.000-Volt-Oberleitung hängen und riss diese ab.

Mehr Bilder aus Stein an der Enns findest du in der Infobox!

Lkw als Faradayscher Käfig
Durch den Stromschlag platzten die Reifen des Lkw. Der 43-jährige Fahrer blieb geistesgegenwärtig im sicheren Führerhaus sitzen und verständigte die Feuerwehr. "Das Führerhaus hat wie ein Faradayscher Käfig gewirkt, deswegen ist dem Mann nichts passiert", erklärte ein Feuerwehrmann. Der Gefahrenbereich wurde in einem Umkreis von 15 Metern abgesperrt, da die abgerissenen Leitungskabel auf den Bahngleisen und einer Straßenlaterne lagen. Sicherheitshalber rückten auch das Rote Kreuz und der Rettungshubschrauber C 14 aus.

Zwei Stunden im Führerhaus gefangen
Die ÖBB schalteten den Strom zwar sofort ab, doch zum Erden der Leitung musste ein Spezialist aus Salzburg angefordert werden. Und der brauchte eine Stunde, um nach Stein an der Enns zu kommen. Erst nachdem die Leitung geerdet worden war, konnte der Chauffeur endlich das Führerhaus verlassen. Zwei Stunden hatte er in seinem unter Strom stehenden "Gefängnis" sitzen müssen - er blieb zwar unverletzt, doch er stand am Dienstag noch immer unter Schock.

Gesperrte Verkehrswege
Wegen dieses Vorfalls standen auf der Bahnstrecke im Ennstal natürlich alle Züge still, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Die gekappte Oberleitung wurde dann von der örtlichen Feuerwehr, die mit 16 Mann im Einsatz war, geborgen. Währenddessen musste die Sölkpaß-Landesstraße gesperrt werden. Danach gab es bis zum Abschluss der Reparatur-Arbeiten ein Lkw-Fahrverbot.

von Peter Riedler ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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