17.02.2004 14:21 |

12 Songs von Nina

Nina Proll singt "12 Songs, nicht die schlechtesten"

Nina Proll ist ein echtes Multitalent: Sie überzeugt als Schauspielerin in Film und Fernsehen, und als Sängerin auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Pünktlich vor der Weltpremiere des Musicals „Barbarella – Engel haben kein Gedächtnis“ am 11. März im Raimund Theater (Nina spielt die Titelrolle in dem kultigen Science-Fiction-Märchen), kommt ihr erstes Album auf den Markt: "Nina Proll – 12 Songs, nicht die schlechtesten".
Es erfordert allemal Mut, sich an gut abgehangeneSongs wie "Brillantin' Brutal", "Ich weiß nicht, zu wemich gehöre", "Halt' mich" oder "Ich lieb' Dich überhauptnicht mehr" auch nur heranzuwagen. Falco, Herbert Grönemeyer,Udo Lindenberg oder gar Friedrich Hollaender und Marlene Dietrichsind Namen, die lange Schatten werfen. Und, unter uns, "1000 undeine Nacht", "Monotonie" oder "Ohne Dich (schlaf' ich heut' Nachtnicht ein)" haben wir alle so oft gehört und - ob wir wolltenoder nicht - intensiv verinnerlicht, dass die Gefahr, gegen dieverklärte Erinnerung nie und nimmer bestehen zu können,nicht die kleinste aller Möglichkeiten ist.
 
Spielerisches Machwerk
Was die Sache aber nicht im Umkehrschluss zur Unmöglichkeiterklärt. Im Gegenteil. "12 Songs, nicht die schlechtesten"war und ist gleichermaßen Vorgabe wie Ziel, Ausgangs- undEndpunkt. Ein ebenso simples, ja fast banales wie vice versa gewagtesund aufreizendes Projekt: zwölf Songs, die mehr oder minderim kollektiven Gedächtnis des deutschsprachigen Universumsgespeichert sind, herzunehmen. Und damit zu spielen. Ohne steifenKragen, gut gelaunt, experimentierfreudig, ohne Rücksichtauf wen oder was immer auch. Also: spielerisch im wahrsten Sinnedes Wortes.
 
Aus alt mach neu und gut
Aus "Liebe zu dritt", im Original von den famosenStereo Total, wird bei Madame Nina ein laszives, basstrunkenesFunk-Bekenntnis. "Alphamännchen" kennen die wenigsten vonWir sind Helden (der Song ist nur auf einer EP erschienen, aberklarerweise ein Hit) - Judith Holofernes hat schon die Proll-Versionangefordert. Aus "In dieser Stadt" (Original: Hildegard Knef)wurde "In diesem Kaff". "Meine Art Liebe zu zeigen" stammt ursprünglichvon Daliah Lavi - man sollte aber nicht den Fehler begehen, dieVorlage mit geringschätzigem Achselzucken in die Schlager-Schubladezu stecken. Erst recht nicht die Neu-Interpretation. Und "Lass'uns ein Wunder sein" von Ton Steine Scherben mag die Starmania-Generationnicht mehr kennen. Aber durch Nina Proll wieder kennen- und schätzenlernen.
 
Und es war eine große Leistung: Dass man,quasi nebenher zum 24-Stunden-Job "Musical-Hauptdarstellerin"noch Kraft und Muße für einen legeren Pop-Seitensprunghat, ist schon erstaunlich. Dass das Ergebnis vor Lebensfreude,Gefühligkeit und Sex nur so sprüht, erst recht. Barbarellawürde das Ergebnis mit Garantie auf Dauerrotation im retro-futuristischenLaserplattenspieler kreisen lassen.
 
Das Album ist ab 1. März im Handel erhältlich.
Dienstag, 25. Februar 2020
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