11.06.2009 09:40 |

Brandmauer fehlte

Versicherung will bei Schloss Arenberg aussteigen

Der Großbrand auf Schloss Arenberg vom 20. April hat ein Nachspiel: Die American Austrian Foundation hat das abgebrannte Dachgeschoß illegal als Hotel genutzt. Weil eine Brandmauer fehlte, will die Feuerversicherung nun aussteigen. Nach dem Brand kam es zu schweren Wasserschäden – weil ein Notdach fehlte.

Auf fünf bis zehn Millionen Euro schätzen Experten den Schaden, der beim Großbrand auf Schloss Arenberg entstanden ist. Ein Schaden, der – so Experten – so niemals hätte passieren dürfen. Und dafür gibt es mehrere Ursachen:

  • Im 53 Meter langen Dachgeschoß gab es keine Brandschutzmauer. Obwohl das Bautechnikgesetz eine solche zwingend in einem Abstand von 40 Metern vorschreibt, fehlte sie dort.
  • Bei der Renovierung des Daches passierte ein entscheidender Konstruktionsfehler: Die Hinterlüftung des Daches wurde in den Dachraum selbst eingeleitet - darum breiteten sich Flammen und Rauchschwaden extrem schnell aus.
  • Das bei den Lötarbeiten in Brand gesetzte Dämmmaterial des Daches hätte schwer entflammbar sein müssen.
  • Für das illegal als Hotel genutzte Dachgeschoß fehlte eine Brandmeldeanlage.
  • Auch wegen zu geringer Raumhöhe (2,20 Meter) hätte das Dachgeschoß niemals als Hotel genutzt werden dürfen.
  • Tage nach dem Brand, als das Haus bereits wieder ausgetrocknet war, kam es neuerlich zu einem schweren Wasserschaden - weil die GSWB noch kein Notdach angebracht hatte.

"Eine haarige Geschichte", urteilt Stadtrat Johann Padutsch: "Ganz offenbar steht es mit dem Brandschutz der historischen Gebäude nicht zum Besten." Die Feuerversicherung der American Austrian Foundation (Wiener Städtische) überlegt nun einen Ausstieg. Auch bei den Plänen zum Wiederaufbau spießt es sich. Die Foundation möchte weitere Teile des Hotels in Mini-Appartements umwandeln.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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