Mo, 18. Juni 2018

"Nicht nachgedacht"

18.05.2009 11:43

Freier (15) beraubte Prostituierte - verurteilt

Ein 15-jähriger Grazer hat sich am Montag vor einem Schöffengericht verantworten müssen, weil er eine Prostituierte beraubt hatte. Der junge Bursche hatte die Frau zuerst für eine konsumierte Dienstleistung bezahlt, überlegte es sich anschließend aber wieder anders und raubte der 39-Jährigen die Handtasche. Vor Gericht war der Bursche zu seiner Tat sofort geständig. Da er die Frau auch nicht verletzt hatte, kam er mit einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Eigentlich hatte der Bursche 50 Euro von seinem Großvater bekommen, um sich ein Handy zu kaufen. Doch der hoffnungsvolle Sprössling investierte einen Teil des Geldes - genau 30 Euro - lieber in ein kurzes Abenteuer mit einer Prostituierten am Bahnhof.

"Hab nicht an die Folgen gedacht"
Doch als der Spaß vorüber war, fiel ihm ein, dass er nun zu Hause kein neues Handy vorweisen konnte. Also riss er der Frau die Handtasche weg und flüchtete, wurde aber wenig später geschnappt. Vor Gericht beteuerte er, dass ihm alles sehr leid tue: "Ich hab einfach nicht an die Folgen gedacht", meinte er.

39-Jährige nicht zum ersten Mal Opfer
Das Opfer, eine 39-jährige Prostituierte, war für das Gericht keine Unbekannte. Die Frau hat schon einiges mit Kunden erlebt, der schlimmste Vorfall ereignete sich vor 15 Jahren. Damals würgte sie ein Mann in einem Grazer Nobelhotel so lange, bis er sie für tot hielt. Er legte die vermeintliche Leiche in einen Kasten und ging zur Polizei, wo er Selbstanzeige erstattete. Doch als die Beamten ins Hotelzimmer kamen, war die "Leiche" weg. In der Zwischenzeit war die Frau nämlich wieder zu sich gekommen, hatte eine Freundin angerufen, die sie dann abgeholt hatte. Erst zwei Tage nach dem Vorfall hatte damals für die Prostituierte laut Arzt keine Lebensgefahr mehr bestanden.

Auf Schmerzensgeld verzichtet
Diesmal ging es aber nur um ein kleineres Delikt. "Wollen Sie Schmerzensgeld?", fragte die Richterin die Zeugin. "Der hat eh nichts", meinte die Frau realistisch und verzichtete auf Forderungen. Der 15-Jährige wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und erbat sich Bedenkzeit.

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